Das Rennen um die Versorgungssicherheit bei Seltenen Erden ist in vollem Gange. Kaum ein Unternehmen spielt dabei eine so zentrale Rolle wie MP Materials. Der Betreiber der Mountain-Pass-Mine in Kalifornien gilt als Hoffnungsträger für eine unabhängige US-Lieferkette. Doch die Aktie hinkt hinterher – trotz starkem Umsatzwachstum.
Am Freitag schloss die Aktie bei 52,50 Euro. Das sind gut 38 Prozent unter dem 52-Wochen-Hoch von 85 Euro. Die jüngste Wochenbilanz fiel mit plus 5,5 Prozent immerhin positiv aus. Auf Jahressicht steht ein Plus von knapp 12 Prozent. Der RSI von 50 signalisiert eine neutrale Marktlage.
Operativer Fortschritt, strategische Partner
Das erste Quartal 2026 brachte einen Umsatzsprung. Mit 90,6 Millionen Dollar erlöste MP Materials fast 50 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum. Grundlage ist der Hochlauf der NdPr-Separation – also die Trennung von Neodym und Praseodym, zwei zentralen Seltenen Erden.
Die eigentliche Herausforderung liegt woanders. Nicht die Rohstoffförderung ist das Problem, sondern die Weiterverarbeitung. Schmelzen, Legieren, Magnetherstellung – das beherrscht heute vor allem China. MP Materials baut diese Schritte deshalb in den USA auf. Ein milliardenschwerer Vertrag mit dem US-Verteidigungsministerium untermauert die Pläne.
Insiderbewegungen und Analystenvotum
Die jüngsten Insiderdaten sorgen für Gesprächsstoff. CEO James Litinsky verkaufte rund 1,49 Millionen Aktien. Finanzchef Ryan Corbett stieß 46.000 Anteile ab. COO Michael Rosenthal kaufte dagegen 27.000 Stück.
Die Mischung aus Management-Verkäufen und operativem Vorankommen bleibt typisch für Wachstumsunternehmen mit langem Atem. Analysten bewerten die Aktie weiterhin mit „Kaufen“. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 81 Euro – das wäre ein Aufschlag von gut 54 Prozent.
Die Zeitenwende im Juli
Ein Termin sticht heraus: Im Juli läuft der US-Zollparagraf 122 aus. Die Sonderabgaben auf chinesische Seltene Erden fallen dann weg. Das verändert die Wettbewerbslandschaft. Für MP Materials steigt der Druck, schneller wettbewerbsfähig zu werden.
Die G7-Staaten haben sich zum Ziel gesetzt, bis 2030 unabhängiger von chinesischen Verarbeitungskapazitäten zu werden. MP Materials ist dafür das zentrale Vehikel. Die Anlage in Mountain Pass liefert das Rohmaterial, eine Fabrik in Texas soll später die Magnete fertigen. Bis dahin bleibt das Unternehmen auf Investitionen und politische Unterstützung angewiesen.
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