MOL profitiert von einem juristischen Durchbruch auf europäischer Ebene. Der ungarische Energiekonzern könnte hunderte Millionen US-Dollar an unrechtmäßig gezahlten Steuern zurückerhalten. Parallel dazu reagieren erste Analysten mit deutlichen Kurszielanpassungen auf die verbesserte Finanzlage.
Hunderte Millionen in Aussicht
Der Europäische Gerichtshof erklärte ungarische Sonderabgaben für rechtswidrig. Davon betroffen sind die CO2-Abgabe sowie eine ergänzende Bergbau-Steuer. Branchenexperten gehen von einer CO2-Erstattung in Höhe von rund 290 Millionen US-Dollar aus.
Hinzu kommen potenzielle Rückzahlungen bei den Bergbauabgaben von 140 Milliarden Forint. Die rechtliche Klarheit verbessert die finanzielle Flexibilität des Konzerns erheblich. Das Unternehmen erhält zusätzlich knapp 43 Millionen eigene Aktien aus einer Stiftung zurück. Das präzisiert die Kapitalstruktur von MOL.
Analysten sehen Kaufchance
Die Experten von Concorde Értékpapír hoben ihre Empfehlung für die Aktie auf „Kaufen“ an. Sie korrigierten das Kursziel um zehn Prozent nach oben auf 4.430 Forint. Die Analysten verwiesen dabei direkt auf die regulatorischen Entlastungen.
An der Börse zeigt der Trend nach oben. Die Aktie legte am Freitag um 1,90 Prozent auf 4.076 Forint zu. Damit notiert das Papier gut vier Prozent über seinem 50-Tage-Schnitt. Innerhalb der letzten 30 Tage stieg der Wert bereits um über sieben Prozent.
Fokus auf Infrastruktur
Operativ treibt das Management den Ausbau der Elektromobilität voran. Das Unternehmen integriert seine Ladenetzwerke in der gesamten Region. Ziel ist eine einheitliche Schnelllade-Infrastruktur für Elektrofahrzeuge. Damit reagiert MOL auf die wachsende Nachfrage im Mobilitätssektor.
Nach dem Kursplus der vergangenen Wochen nähert sich die Aktie ihrem Jahreshoch von 4.472 Forint. Die tatsächliche Umsetzung der Steuerrückerstattungen bleibt nun der zentrale Kurstreiber für den ungarischen Energie-Riesen. Gelingt der Zufluss der Milliardenbeträge, gewinnt der Konzern massiv an Spielraum für weitere Investitionen.
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