Lynas kauft sich in Brasilien ein, und die Börse reagiert verschnupft. Der australische Seltenerd-Produzent übernimmt Meteoric Resources in einem reinen Aktiengeschäft. Die Aktie fiel zeitweise um rund 7 Prozent auf 12,85 Australische Dollar und damit auf den tiefsten Stand seit Anfang Januar.
Das Geschäft: Aktientausch mit Prämie
Lynas bietet 0,0207 neue eigene Aktien je Meteoric-Aktie. Der Gesamtwert liegt bei etwa 968 Millionen Australischen Dollar, gerechnet auf Basis des 60-Tage-Durchschnittskurses. Zum letzten Schlusskurs von 13,83 Dollar wären es nur noch rund 876 Millionen.
Meteoric-Aktionäre erhalten eine Prämie von gut 68 Prozent und halten nach Abschluss etwa 5,9 Prozent an Lynas. Der Meteoric-Verwaltungsrat empfiehlt den Deal einstimmig, vorbehaltlich eines unabhängigen Gutachtens und ohne überlegenes Konkurrenzangebot.
Im Zentrum steht das Caldeira-Projekt in Minas Gerais. Lynas beschreibt es als größte bekannte Ionenton-Lagerstätte für Seltene Erden außerhalb Chinas, mit leichten und schweren Elementen. Rechnerisch würde Caldeira die gemessenen und angezeigten Ressourcen von Lynas um etwa 79 Prozent erhöhen, die Reserven um etwa 26 Prozent.
Warum der Markt zögert
Der Aktientausch verwässert die Anteile der Altaktionäre. Hinzu kommt der Kapitalbedarf: Die Machbarkeitsstudie beziffert die Anfangsinvestition auf rund 498 Millionen Dollar, Lynas rechnet insgesamt mit mehr als 500 Millionen. Die reine Aktienstruktur schont immerhin Bilanz und Liquidität. Bis zum Abschluss stellt Lynas Meteoric zudem eine Überbrückungsfazilität von bis zu 110 Millionen Australischen Dollar bereit.
Macquarie bleibt bei „Outperform“, senkte das Kursziel aber von 20 auf 19 Dollar. Die Bank verweist auf zusätzliche Umsetzungsrisiken und die Verwässerung. Marktteilnehmer fragen außerdem, ob die Konditionen beim aktuellen Kurs noch so tragen wie beim Durchschnittskurs von rund 15,29 Dollar, der dem Tauschverhältnis zugrunde liegt.
Das Umfeld hilft nicht. Der ASX 200 gab am Donnerstag zwischen 1,1 und 1,7 Prozent nach, getrieben von stark steigenden US-Anleiherenditen und einer Risikoscheu bei Rohstoff- und Minenwerten. Die Lynas-Aktie nähert sich damit ihrem Jahrestief von 12,15 Dollar und liegt mehr als 42 Prozent unter dem Hoch von 22,37 Dollar.
Fahrplan bis 2027
Lynas will Caldeira-Material in die Weiterverarbeitung in Malaysia einspeisen und prüft zusätzlich eine eigene Verarbeitung in Brasilien. Die Aktionärsversammlung von Meteoric ist für Januar 2027 vorgesehen, der Vollzug soll im März 2027 folgen, vorbehaltlich der nötigen Genehmigungen. Bis dahin dürfte der Kurs vor allem davon abhängen, wie der Markt Verwässerung und Investitionsbedarf gegen den Ressourcenzuwachs abwägt.
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