Lynas Rare Earths Aktie: 63 Prozent Kostenüberschreitung in Malaysia

Lynas Rare Earths verzeichnet Rekordumsätze, kämpft aber mit massiven Kostensteigerungen und Produktionsrückgängen. Die Aktie erholt sich leicht.

Auf einen Blick:
  • Quartalsumsatz steigt um 70 Prozent
  • Kosten für Malaysia-Ausbau explodieren
  • Produktion von NdPr sinkt unter Erwartungen
  • Strategische Diversifizierung schreitet voran

Lynas Rare Earths liefert widersprüchliche Signale. Rekordumsätze stehen massiven Kostenüberschreitungen gegenüber. Am Freitag stabilisierte sich der Kurs der Aktie bei 9,05 Euro. Zuvor hatten Anleger mit einem Ausverkauf auf den neuen Bericht zum abgelaufenen Geschäftsquartal reagiert.

Rekordumsatz trifft Kostendruck

Der australische Produzent steigerte den Quartalsumsatz um 70 Prozent auf fast 289 Millionen Australische Dollar (A$). Dieser Erfolg beruht vor allem auf einem Rekordpreis von 98,2 A$ je Kilogramm Seltener Erden. Die globale Nachfrage nach Lieferketten abseits von China bleibt der wichtigste Treiber für das Geschäft.

Parallel dazu steigen die Kosten für den Ausbau in Malaysia drastisch. Die Investitionssumme klettert von 180 Millionen auf rund 294 Millionen A$. Das Management führt diesen Anstieg von 63 Prozent auf strengere Reinheitsvorgaben der Kunden zurück. Hinzu kommen teure Spezialgeräte und der allgemeine Inflationsdruck in der Branche.

Operative Hürden in Australien

Die Produktion des Flaggschiff-Produkts NdPr sank im Vergleich zum Vorquartal um sieben Prozent auf 1.857 Tonnen. Damit verfehlte Lynas die Erwartungen der Analysten um rund 15 Prozent. Probleme bereiteten wechselnde Erzqualitäten in Mount Weld und Schwierigkeiten mit einer neuen Wasserrecyclinganlage.

Interim-CEO Pol Le Roux übernahm am 1. Juli die Leitung des Konzerns. Er sieht die Verarbeitungsanlage in Kalgoorlie trotz aktueller Engpässe für die Zukunft gut aufgestellt. Das Unternehmen verfügt über Barmittel von 1,2 Milliarden A$. Dieses Polster dient als Puffer für das laufende Investitionsprogramm von insgesamt 1,5 Milliarden A$.

Trotz der jüngsten Erholung notiert das Papier rund 32 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch vom April. Auf Sicht von zwölf Monaten steht dennoch ein Kursplus von über 49 Prozent zu Buche.

Die strategische Diversifizierung schreitet derweil voran. Erstmals produzierte Lynas 19 Tonnen schwere Seltene Erden wie Dysprosium und Terbium. Im laufenden Quartal stehen erste Lieferungen von Samariumoxid an. Die Markteinführung von Gadolinium ist für den Beginn des Geschäftsjahres 2028 geplant.

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