Am heutigen Sonntag hat Lynas Rare Earths die Emission einer neuen Wandelanleihe bekannt gegeben, um die nächste Phase seiner Wachstumsstrategie zu finanzieren. Das Unternehmen setzt dabei auf ein Instrument ohne laufende Verzinsung (Zero-Coupon), das bis zum 6. August 2031 läuft. Durch einen Emissionsabschlag von 15,48 % sichert sich der Konzern frisches Kapital für seine Expansionsprojekte, ohne die Bilanz durch unmittelbare Zinskosten zu belasten. Medienberichten zufolge reagierte der Markt mit einem deutlichen Kurssprung von über 15 % auf die gesicherte Finanzierung der künftigen Vorhaben.
Strategische Partnerschaften und Rekordumsätze
Die Kapitalmaßnahme erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem Lynas Rare Earths seine Marktposition als bedeutendster Produzent von Seltenen Erden außerhalb Chinas massiv ausbaut. Erst vor Kurzem unterzeichnete das Unternehmen eine Vereinbarung mit LS Eco Energy über die Ausgabe von Wertpapieren, die in Stammaktien gewandelt werden können, um Partnerschaften in der Metallherstellung zu unterstützen. Parallel dazu investiert Lynas rund 50 Millionen Australische Dollar (A$) in eine langfristige Partnerschaft mit JS Link, um eine Fabrik für Permanentmagnete im malaysischen Kuantan zu errichten. Das Unternehmen wird dabei bis zum Jahr 2038 als Exklusivlieferant fungieren.
Die operativen Zahlen untermauern diesen Expansionskurs. Für das vierte Quartal des Geschäftsjahres 2026, das am 30. Juni endete, meldete Lynas einen Rekordumsatz von 288,9 Millionen A$. Dies entspricht einer Steigerung von 70 % im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Produktion von Seltenen Erden (REO) belief sich in diesem Zeitraum auf 3.481 Tonnen bei einem durchschnittlichen Verkaufspreis von 98,2 A$ pro Kilogramm. Analysten prognostizieren für das gesamte Geschäftsjahr 2026 eine Verdopplung des Umsatzes.
Herausforderungen und Managementwechsel
Trotz der starken Umsatzentwicklung sieht sich das Unternehmen mit steigenden Investitionskosten konfrontiert. Das Erweiterungsprojekt für schwere Seltene Erden in Malaysia verteuerte sich deutlich: Die geschätzten Kosten stiegen von ursprünglich 180 Millionen A$ auf nun 294 Millionen A$. Zugleich prüft die malaysische Regierung laut Bloomberg derzeit die Lockerung eines Moratoriums für den Export von unverarbeiteten Seltenen Erden, was die Lieferkette für die Raffinerie von Lynas in Malaysia beeinflussen könnte.
An der Unternehmensspitze vollzog sich zum 1. Juli ein planmäßiger Wechsel. Pol Le Roux hat die Position des Interim-CEO übernommen und folgt damit auf Amanda Lacaze, die zum Ende des Geschäftsjahres 2026 aus dem Amt geschieden ist. Le Roux übernimmt ein Unternehmen, das sich in einer intensiven Phase des Produktionshochlaufs an den Standorten Mt Weld und Kalgoorlie befindet.
Analysten bestätigen positive Aussichten
Experten bewerten die Sonderstellung des Konzerns weiterhin positiv. Die Analysten von Canaccord Genuity bestätigten am 31. Juli ihre Kaufempfehlung („Buy“) mit einem Kursziel von 21,00 A$. Sie verwiesen dabei insbesondere auf die Rolle von Lynas als einzigem signifikanten Produzenten von separierten schweren Seltenen Erden außerhalb Chinas. Auch die Großbank UBS erneuerte am selben Tag ihre Kaufempfehlung und hob den erfolgreichen Produktionshochlauf in den Fokus.
An der Börse zeigte der Wert bereits zum Ende der vergangenen Woche eine starke Tendenz. Am Freitag schloss das Papier bei 9,94 €, was einem Tagesgewinn von 4,65 % entsprach. Damit setzt die Aktie ihren langfristigen Aufwärtstrend fort: Seit Jahresbeginn konnte der Wert um 38,68 % zulegen. Die Marktkapitalisierung beläuft sich aktuell auf rund 9,98 Milliarden €.
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