Der Kupfermarkt steht vor einer harten Realitätsprobe. Während die Vision einer globalen Elektrifizierung und der Ausbau von KI-Infrastruktur die Preise lange stützte, quellen die physischen Lager derzeit über. Ist das Narrativ vom dauerhaften Angebotsdefizit angesichts der schwachen Nachfrage aus China vorerst am Ende?
Volle Lager, verhaltene Käufer
In den Lagerhäusern der London Metal Exchange (LME) hat sich zuletzt so viel Material angesammelt wie seit 16 Monaten nicht mehr. Besonders an den Standorten in Asien und den USA zeigt sich ein deutlicher Überhang. Dieser Lageraufbau drückt auf die Stimmung der Marktteilnehmer, da er das Bild eines kurzfristig überversorgten Marktes zeichnet.
Zuletzt reagierte der Preis deutlich auf diese Entwicklung: Mit einem Schlusskurs von 5,84 USD am Freitag verzeichnete Kupfer auf Wochensicht ein Minus von 3,69 %. Damit rutschte die Notierung auch unter den wichtigen 50-Tage-Durchschnitt von 5,90 USD, was charttechnisch für weiteren Gegenwind sorgen könnte.
Copper/USD Chart
China im Wartemodus
Ein Hauptgrund für die aktuelle Schwäche liegt beim weltgrößten Konsumenten China. Dort halten sich Verarbeiter und Industrieabnehmer bewusst zurück. Die Sorge vor einer schwächeren Auftragslage und Unsicherheiten bezüglich möglicher neuer Handelszölle führen dazu, dass Vorräte eher abgebaut als aufgestockt werden.
Zusätzlich erschweren festgefahrene Lieferverhandlungen das Bild. Chinesische Abnehmer lehnen die Konditionen der Produzenten teilweise ab, da sie auf alternative Quellen, etwa aus Afrika, ausweichen können. Diese gestiegene Verfügbarkeit schwächt die Verhandlungsposition der Minenbetreiber und belastet das Preisgefüge zusätzlich.
Zwischen Vision und Zyklus
Die aktuelle Marktphase markiert eine Zäsur nach der starken Performance zu Jahresbeginn. Investoren, die massiv auf ein strukturelles Defizit bauten, müssen nun taktisch umdenken. Makroökonomische Sorgen und geopolitische Spannungen im Nahen Osten belasten die Industriemetalle, während Energiepreise wie Öl eher davon profitieren. Kupfer zeigt hier eine deutliche Entkoppelung von anderen Rohstoffklassen.
Obwohl der Kupferpreis seit Jahresanfang noch mit 2,46 % im Plus liegt, hat sich der Abstand zum 52-Wochen-Hoch von 6,28 USD bereits auf rund 7 % vergrößert. Die kurzfristigen zyklischen Belastungsfaktoren scheinen die langfristigen Wachstumstreiber derzeit zu überlagern.
Sollte die Unterstützung im Bereich von 5,80 USD nicht halten, rückt der 100-Tage-Durchschnitt bei 5,60 USD als nächste charttechnische Marke in den Fokus. Eine nachhaltige Stabilisierung hängt nun maßgeblich davon ab, ob die physische Nachfrage in China nach Abschluss der aktuellen Verhandlungsrunde wieder anzieht oder ob der Lageraufbau die Notierungen weiter in Richtung des 52-Wochen-Tiefs von 4,93 USD drückt.
Kupfer-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Kupfer-Analyse vom 09. März liefert die Antwort:
Die neusten Kupfer-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Kupfer-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. März erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
