Der globale Kupfermarkt steht vor einem historischen Wendepunkt. Donald Trumps angekündigter 50-prozentiger Zoll auf Kupferimporte, der bereits am 1. August in Kraft treten soll, versetzt Händler und Produzenten weltweit in Aufruhr. Während die Details noch immer ungeklärt sind, zeigen sich bereits dramatische Auswirkungen auf die Preisstrukturen.
Der Kupfermarkt befindet sich in einem beispiellosen Chaos. Weniger als zwei Tage vor Inkrafttreten des angekündigten Zolls tappen Händler und Hersteller noch immer im Dunkeln bezüglich des genauen Umfangs dieser monumentalen Abgabe. Trump hatte den Zoll erstmals im Februar vorgeschlagen und diesen Monat über Truth Social bestätigt, was den Markt bereits vor der Deadline am 1. August erschütterte.
Die Unsicherheit ist mit Händen zu greifen: US-amerikanische Kupferpreise liegen derzeit nur etwa 25 Prozent über der Londoner Benchmark, obwohl bei einem sicheren 50-prozentigen Zoll die Differenz deutlich größer sein müsste. Diese Diskrepanz spiegelt die wachsende Debatte unter Händlern wider, ob bestimmte Produkte ausgenommen werden oder ob Amerikas Handelspartner Ausnahmen erwirken können.
Chile kämpft um Ausnahmeregelung
Besonders brisant wird die Situation für Chile, den mit Abstand größten Kupferlieferanten der USA. Das südamerikanische Land importiert etwa die Hälfte des amerikanischen Kupferbedarfs und kämpft nun verzweifelt um eine Ausnahmeregelung. Finanzminister Mario Marcel kündigte an, während der Handelsgespräche in Washington auf eine Befreiung zu drängen.
„Es wäre nicht sehr sinnvoll, ein Handelsabkommen zu haben, das Kupfer und Holz ausschließt, die mehr als die Hälfte unserer Exporte in die USA ausmachen“, erklärte Marcel in einem Radiointerview. Gleichzeitig versicherte er, chilenische Steuerzahler nicht durch Vergeltungszölle zu bestrafen, sollten die USA den 50-prozentigen Zoll durchsetzen.
Die chilenischen Beamten weisen darauf hin, dass Amerikas Abhängigkeit von importiertem Kupfer US-Herstellern kaum eine unmittelbare Alternative lässt, als die Abgabe zu zahlen. Diese Erkenntnis unterstreicht die Brisanz der Situation für die amerikanische Industrie.
Kupfer Chart
Profiteure des Zoll-Chaos
Der angekündigte Zoll hat bereits eine beispiellose Handelsdynamik ausgelöst. Seit Trumps erster Ankündigung im Februar sind die Kupferpreise in den USA deutlich über ihre internationalen Benchmarks gestiegen. Diese große Preisdifferenz schuf lukrative Möglichkeiten für Händler, die in einem wahren Wettlauf gegen die Zeit massive Kupfermengen in die USA verschifften.
Das Ergebnis: Rekordgewinne für clevere Trader und eine Verknappung der Bestände in anderen Regionen. Die Anspannung hat sich jedoch zuletzt etwas gelöst, da die Märkte in London und Shanghai in eine Contango-Struktur übergingen, was auf ausreichende kurzfristige Vorräte hindeutet.
Für Investoren ergeben sich aus dieser Situation sowohl Chancen als auch erhebliche Risiken. Kupferproduzenten außerhalb der USA könnten mittelfristig von höheren Preisen profitieren, während amerikanische Verbraucher mit drastisch steigenden Kosten rechnen müssen. Die endgültigen Auswirkungen werden jedoch erst nach Veröffentlichung der detaillierten Zollbestimmungen durch das Weiße Haus absehbar sein.
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