Der Kupfermarkt markiert am heutigen Freitag einen historischen Wendepunkt. Während der Preis für das Industriemetall an der London Metal Exchange auf ein neues Allzeithoch von über 14.000 US-Dollar pro Tonne kletterte, erreicht die Volatilität mit annualisierten 34,28 % ein bemerkenswertes Niveau. Dieser massive Preissprung treibt Marktteilnehmer zu einer kritischen Neubewertung der globalen Versorgungslage.
Die wichtigsten Fakten zum Marktereignis:
- Rekordmarke: Stärkster Eintagesanstieg am Spotmarkt seit November 2008.
- Angebotsverknappung: Glencore meldet für 2025 einen Produktionsrückgang um 11 %.
- Warnsignale: Die Yangshan-Importprämie fällt auf den tiefsten Stand seit Juli 2024.
- Aktuelle Bewertung: Das Handelsinstrument notiert bei 6,00 USD, knapp unter dem jüngsten 52-Wochen-Hoch von 6,17 USD.
Divergenz zwischen Spekulation und Realität
Hinter der aktuellen Kursrallye stehen primär spekulative Kapitalflüsse aus dem asiatischen Raum sowie ein schwächelnder US-Dollar. An der Shanghai Futures Exchange erreichten die Notierungen Rekordniveaus von bis zu 114.000 Yuan pro Tonne. Marktbeobachter warnen jedoch vor einer zunehmenden Entkopplung von den Fundamentaldaten. Kann die physische Industrie diese extremen Preise auf Dauer tragen?
Ein deutliches Warnsignal liefert die physische Nachfrage in China. Die Auftragsbücher chinesischer Kupferverarbeiter sind zuletzt um bis zu 30 % eingebrochen, und auch der Netzausbau verzeichnet langsamere Bestellraten. Dass der RSI (14 Tage) mit 45,4 derzeit im neutralen Bereich liegt, deutet darauf hin, dass die extreme Bewegung am Spotmarkt in den technischen Indikatoren noch nicht vollständig eingepreist ist.
Angebotsdefizite stützen das Preisniveau
Während die Nachfrageseite Fragen aufwirft, bleibt die Angebotsseite angespannt. Der Rohstoffkonzern Glencore verfehlte mit einer Jahresproduktion von rund 851.600 Tonnen Kupfer das obere Ende seiner Prognose deutlich. Erschwerend kommen Exportbeschränkungen in der Demokratischen Republik Kongo sowie Produktionsausfälle in der indonesischen Grasberg-Mine hinzu. Diese Faktoren schüren die Sorge vor einem strukturellen Defizit im laufenden Jahr 2026.
Institutionelle Analysten wie Goldman Sachs mahnen aufgrund der schwachen Industriedaten zur Vorsicht und sehen kurzfristige Korrekturrisiken. Dennoch profitieren die großen Produzenten massiv von der Situation. Die aktuellen Spotpreise könnten das EBITDA von Schwergewichten wie Rio Tinto oder Glencore im laufenden Jahr um rund 20 % steigern.
Trotz des rasanten Anstiegs der letzten Tage liegt der aktuelle Kurs mit 6,00 USD etwa 2,81 % unter dem gestern erreichten 52-Wochen-Hoch. Die weitere Entwicklung hängt nun maßgeblich davon ab, ob die physische Nachfrage im zweiten Quartal 2026 wieder anzieht oder ob die hohen Lagerbestände in China zu einer Preisberuhigung führen.
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