Der Spezialist für maritime Technologie Kraken Robotics hat neue Produktaufträge in einem Gesamtvolumen von 35 Millionen US-Dollar erhalten. Wie das Unternehmen am 20. Juli 2026 mitteilte, stammen die Bestellungen aus den Kernsektoren maritime Verteidigung, Offshore-Energie und Ozeanwissenschaften. Durch diesen jüngsten Zuwachs belaufen sich die Gesamtaufträge für Kraken und die Tochtergesellschaft Covelya im laufenden Jahr auf nunmehr 327 Millionen US-Dollar.
Transformation zum produktzentrierten Geschäftsmodell
CEO Greg Reid konkretisierte im Rahmen der Auftragsmeldung die strategische Ausrichtung für das Geschäftsjahr 2026. Demnach wird erwartet, dass das Produktportfolio künftig mehr als 75 Prozent des konsolidierten Gesamtumsatzes beisteuert. Ein wesentlicher Pfeiler dieser Entwicklung ist die Integration der Covelya Group, deren Übernahme am 2. Juli 2026 erfolgreich abgeschlossen wurde.
Die aktuellen Aufträge erstrecken sich über ein breites Spektrum der Unterwassertechnologie. Dazu gehören Navigations- und Positionierungssysteme, Multi-Aperture-Sonare sowie Synthetic Aperture Sonar (SAS). Besondere Nachfrage verzeichnet das Unternehmen zudem bei seinen SeaPower-Batterien. Die Systeme von Kraken und Covelya sind nach Firmenangaben mittlerweile in mehr als 30 verschiedenen Plattformen für autonome Unterwasserfahrzeuge (AUV) weltweit im Einsatz.
Internationale Großprojekte in Brasilien und Europa
Im Offshore-Sektor festigt das Unternehmen seine Position durch langfristige Projekte. In Brasilien wird Kraken ab dem Jahr 2026 spezielle Sensoren (OD OBNs) für das Mero-Feld des Energiekonzerns Petrobras bereitstellen, wobei der Start der kommerziellen Produktion für 2027 avisiert ist. In britischen Gewässern ist das Unternehmen für den Sommer 2026 mit der Überwachung von CO2-Speichersystemen (CCS) für die Northern Endurance Partnership beauftragt.
Parallel zur Expansion im Energiesektor baut Kraken seine technologische Zusammenarbeit im Verteidigungsbereich aus. In der Türkei wurde am 19. Juli 2026 eine Absichtserklärung mit dem Forschungszentrum SEFINE SISAM unterzeichnet. Ziel dieser Kooperation ist die Integration des KATFISH-Systems in eine neue Missionsplanungssoftware sowie die Entwicklung einer automatischen Zielerkennung (ATR) für das Kraken-Sonar. Erfolgreiche Tests vor Istanbul validierten bereits die Erkennung von minenähnlichen Objekten durch ein unbemanntes Überwasserfahrzeug (USV).
Technologische Meilensteine und Marktposition
Ein operativer Durchbruch gelang zudem in Zusammenarbeit mit der britischen Royal Navy. Im Rahmen des „Project Beehive“ wurde ein autonomes Fahrzeug vom Typ Kraken K3 SCOUT erstmals erfolgreich aus einem A400M-Transportflugzeug über der Nordsee abgeworfen. Dieses Verfahren soll die weltweite Einsatzfähigkeit der bis zu 55 Knoten schnellen USVs massiv beschleunigen.
An der Börse reagierte der Titel am Montag verhalten auf die Nachrichtenlage. Der aktuelle Kurs notiert bei 3,60 €, was einem Rückgang von 2,71 % gegenüber dem vorherigen Handelsniveau entspricht. Trotz dieser kurzfristigen Schwankung weist die Aktie auf Sicht der vergangenen 12 Monate eine deutliche Wertsteigerung von 50,42 % auf. Eine weitere Kooperation wurde zudem in Kanada bekannt: Gemeinsam mit der Werft Davie will Kraken künftig die Produktion und Integration autonomer Systeme vorantreiben, um die maritimen Fähigkeiten des Landes zu stärken.
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