Kaffeepreis: Wird es nun noch teurer?

Sinkende Lagerbestände, schwache Exportprognosen aus Brasilien und steigende Frachtkosten stützen die deutliche Preiserholung bei Kaffee.

Auf einen Blick:
  • Brasilianische Exportprognosen fallen deutlich
  • Lagerbestände erreichen Zweimonatstief
  • Logistikrisiken im Nahen Osten belasten
  • Kurs steigt binnen einer Woche fast zehn Prozent

Während die Lagerbestände an den Weltbörsen auf Mehrmonatstiefs sinken, verschärft sich die Versorgungslage für Kaffee zusehends. Eine Kombination aus schwachen Exportprognosen aus Südamerika und logistischen Hürden im Nahen Osten hat den Preis zuletzt deutlich angetrieben. Innerhalb der vergangenen sieben Tage verzeichnete der Rohstoff ein Plus von fast zehn Prozent.

Brasilien drosselt Exporte

Der brasilianische Kaffeekooperativen-Verbund Cooxupé rechnet für das Jahr 2026 mit einem spürbaren Rückgang der Ausfuhren. Die Prognosen deuten auf ein Volumen von 4,4 Millionen Säcken hin, was einem Minus von einer halben Million Säcken gegenüber dem Vorjahr entspräche. Da sowohl Arabica- als auch Robusta-Lieferungen bereits aktuell unter den Vorjahreswerten liegen, reagieren Marktteilnehmer empfindlich auf diese Verknappung.

Parallel dazu schrumpfen die Reserven an der ICE-Börse, die zuletzt ein Zweimonatstief erreichten. Reicht dieser Rückgang in Brasilien aus, um den Kaffeepreis dauerhaft über der Marke von 300 USD zu stabilisieren? Die Antwort hängt maßgeblich davon ab, ob die staatlichen Daten in den kommenden Wochen die pessimistischen Einschätzungen der Kooperativen bestätigen.

Wichtige Marktdaten im Überblick:
– Schlusskurs (Freitag): 311,15 USD (+1,62 %)
– Kursentwicklung (7 Tage): +9,44 %
– Kursentwicklung (30 Tage): +8,21 %
– RSI (14 Tage): 56,7

Logistikrisiken und Düngemittelmangel

Neben den Ernteprognosen belasten geopolitische Spannungen die Preisstruktur. Die unsichere Lage an der Straße von Hormus treibt die Frachtkosten in die Höhe und sorgt für Verzögerungen in den globalen Lieferketten. Dies trifft die Branche doppelt: Einerseits verteuert sich der Transport der Bohnen, andererseits wird die Versorgung mit essenziellen Düngemitteln schwieriger.

Zusätzlicher Druck entsteht durch Exportbeschränkungen Chinas für bestimmte Düngemittelkategorien. Höhere Produktionskosten für Kaffeebauern weltweit könnten das Angebot somit langfristig weiter einschränken. Analysten beobachten zudem, dass Kapitalverschiebungen von Gold in den Rohstoffsektor die Aufwärtsbewegung bei Kaffee zuletzt technisch verstärkt haben.

In der nächsten Handelswoche rücken die offiziellen Ernte- und Wetterberichte aus Brasilien in das Zentrum der Aufmerksamkeit. Sollten klimatische Bedingungen die Produktionserwartungen weiter verschlechtern, dürfte die Volatilität, die zuletzt bei rund 31 % lag, hoch bleiben. Anleger achten zudem auf Konsumdaten aus den USA, da erste Umfragen bei den aktuell hohen Preisen bereits eine abnehmende Nachfrage der Endverbraucher signalisieren.

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