Der globale Kaffeemarkt gerät heute unter deutlichen Verkaufsdruck. Neue Prognosen signalisieren eine historische Rekordernte im wichtigsten Anbauland Brasilien, was die Sorgen vor einer Verknappung der vergangenen Jahre beendet. Während die Preise an den Rohstoffbörsen ein Mehrmonatstief markieren, müssen sich Verbraucher paradoxerweise auf steigende Kosten im Supermarkt einstellen.
Die wichtigsten Faktoren im Überblick:
* Brasilien: Erwartete Rekordernte von 66,2 Millionen Säcken (+17,1 %).
* Vietnam: Exportanstieg im Januar um 38,3 % gegenüber dem Vorjahr.
* Marktlage: Prognostizierter globaler Angebotsüberschuss von bis zu 10 Millionen Säcken.
* Lagerbestände: Zertifizierte Vorräte an der ICE auf 3-Monats-Hoch gestiegen.
Brasilien steuert auf Produktionsrekord zu
Die brasilianische Versorgungsbehörde Conab erwartet für die laufende Saison einen massiven Produktionsanstieg. Mit prognostizierten 66,2 Millionen Säcken würde der bisherige Rekordwert aus dem Jahr 2020 deutlich übertroffen. Besonders die Sorte Arabica treibt das Wachstum an, da sich viele Anbauregionen in der ertragreichen Phase ihres zweijährigen Zyklus befinden. Hier wird mit einem Plus von 23,2 % auf 44,1 Millionen Säcke gerechnet.
Zusätzliche Entlastung kommt aus Vietnam. Das Land meldete für Januar einen Export von 198.000 Tonnen Kaffee, was die Verfügbarkeit der Sorte Robusta kurzfristig absichert. In Kombination mit den starken Daten aus Südamerika rechnet die Rabobank für die Saison 2026/27 mit einem deutlichen globalen Angebotsüberhang.
Wetter und Lagerbestände begünstigen Abwärtstrend
Die meteorologischen Bedingungen in Brasilien unterstützen die optimistischen Ernteerwartungen. In Schlüsselregionen wie Minas Gerais erreichten die Niederschläge zuletzt 117 % des historischen Durchschnitts, was die Bohnenentwicklung in der entscheidenden Phase fördert. Parallel dazu erholen sich die Lagerbestände an der New Yorker Börse (ICE). Die zertifizierten Vorräte stiegen auf über 461.000 Säcke, was den physischen Druck am Markt spürbar mindert.
Warum steigen die Preise im Supermarkt dennoch?
Trotz des Preisverfalls an den Terminbörsen auf rund 294 US-Cent pro Pfund erleben Endverbraucher in Deutschland eine entgegengesetzte Entwicklung. Marktführer Tchibo kündigte an, die Preise für Röstkaffee zum 16. Februar um bis zu einen Euro pro Pfund anzuheben. Diese Divergenz begründet das Unternehmen mit zeitversetzten Effekten: Die hohen Beschaffungskosten aus dem Vorjahr erreichen erst jetzt die Kalkulation im Einzelhandel.
Die Kombination aus idealem Wetter und steigenden Exporten dürfte den Abwärtsdruck auf die Rohstoffpreise kurzfristig festigen. Maßgeblich für die weitere Kursentwicklung wird der tatsächliche Verlauf der brasilianischen Ernte in den kommenden Monaten sein.
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