JL Mag Rare Earth: 160 Prozent Gewinnsprung

Chinesischer Magnethersteller steigert Nettogewinn 2025 um bis zu 161 Prozent, während der Aktienkurs einbricht.

Auf einen Blick:
  • Nettogewinn zwischen 660 und 760 Millionen Renminbi
  • Aktie verliert über zehn Prozent
  • Starke Nachfrage aus E-Mobilität und Robotik
  • Westliche Konkurrenz baut eigene Lieferketten auf

Rekordproduktion, explodierende Gewinne – und dennoch bricht die Aktie ein. Bei Jl Mag Rare Earth klaffen operative Stärke und Kursentwicklung derzeit weit auseinander.

Der chinesische Magnethersteller rechnet für 2025 mit einem Nettogewinn zwischen 660 und 760 Millionen Renminbi. Das entspricht einem Anstieg von 127 bis 161 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Ein kräftiger Sprung, getragen von hohen Auslieferungszahlen in der Automatisierungs- und Elektromobilitätsbranche.

Anleger reagierten dennoch verunsichert. Die Aktie verlor am Freitag über zehn Prozent auf 2,15 Euro – der zweite schwache Tag in Folge. Richtig wohl fühlt sich der Wert erst oberhalb von 2,30 Euro, wo die mittelfristigen Durchschnittslinien verlaufen. Das 52-Wochen-Hoch bei 3,27 Euro liegt inzwischen über 34 Prozent entfernt.

Starke Nachfrage aus Schlüsselsektoren

JL Mag Rare Earth ist ein zentraler Zulieferer für Permanentmagnete. Die Produkte stecken in Elektroautos, Windkraftanlagen, Robotern, Unterhaltungselektronik und neuerdings auch in Flugtaxis. Genau diese Bereiche wachsen rasant – das beschert dem Unternehmen Bestellungen in Rekordhöhe.

Für die Aktionäre gibt es eine kleine Dividende: 2,20 Renminbi je zehn Aktien, fällig Ende Juni 2026. Der Ex-Tag lag Anfang Mai.

Westliche Konkurrenz formiert sich

So stark die Nachfrage ist – der Wettbewerb wird härter. Mehrere westliche Unternehmen bauen mit staatlicher Unterstützung eigene Lieferketten für Magnetproduktion auf. Ziel ist es, die Abhängigkeit von chinesischen Verarbeitungszentren zu reduzieren. Bisher dominiert China den Markt für Seltene Erden, doch das könnte sich langsam verschieben.

Bislang hat JL Mag Rare Earth von der globalen Nachfrage nach sauberer Energie und Industrieautomatisierung profitiert. Die Analystenprognose eines durchschnittlichen jährlichen Gewinnwachstums von rund 20 Prozent unterstellt, dass dieser Trend anhält.

Ob die aktuellen Kursverluste eine übertriebene Reaktion sind oder ob sich strukturelle Bedenken wegen neuer Konkurrenz eingepreist haben – das wird sich in den kommenden Quartalen weisen. Die Zahlen jedenfalls sprechen eine klare Sprache.

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