JinkoSolar Aktie: Wei Du wird CEO, Li bleibt Verwaltungsrat-Chef

JinkoSolar meldet sinkende Erlöse und Margen, senkt das Jahresziel für Module und stärkt zugleich Speicher sowie effiziente Produkte.

Auf einen Blick:
  • Wei Du übernimmt die Konzernführung
  • Umsatz und Bruttomarge deutlich rückläufig
  • Jahresziel für Modulauslieferungen reduziert
  • Speichersegment und Effizienzprodukte gewinnen an Gewicht

Inmitten einer volatilen Marktphase vollzieht der Solarkonzern JinkoSolar eine weitreichende personelle und strategische Weichenstellung. Während die Branche mit sinkenden Margen und einem harten Preiswettbewerb kämpft, rücken beim Modulhersteller verstärkt hocheffiziente Produkte und das wachsende Geschäft mit Energiespeichersystemen in den Fokus.

Ziel ist es, die Profitabilität durch technologische Differenzierung zu stabilisieren, während die reine Absatzmenge im aktuellen Marktumfeld vorerst konservativer geplant wird.

Strategischer Wechsel in der Konzernführung

Ein zentraler Baustein der künftigen Ausrichtung ist der am Mittwoch vollzogene Wechsel an der Unternehmensspitze. Xiande Li trat als CEO zurück, bleibt dem Konzern jedoch als Vorsitzender des Verwaltungsrats sowie in wichtigen Komitees erhalten. Zu seinem Nachfolger wurde Wei „Dimi“ Du ernannt, der bereits seit April als Vizepräsident für strategische Investitionen tätig war.

Du verfügt über langjährige Erfahrung innerhalb des Unternehmens. Zwischen Dezember 2021 und März 2026 war er als Assistent des Vorsitzenden und General Manager für strategische Investitionen maßgeblich an der Ausrichtung des Konzerns beteiligt.

Medienberichten zufolge erfolgte dieser Wechsel einvernehmlich und ohne Unstimmigkeiten über die künftige Strategie. Die personelle Veränderung soll den Fokus auf langfristige Investitionsentscheidungen und die Optimierung der Kapitalstruktur unterstreichen.

Operative Herausforderungen und Margendruck

Die Notwendigkeit für diesen Kurswechsel zeigt sich in der jüngsten Bilanzentwicklung. Im zweiten Quartal 2026 verzeichnete das Unternehmen einen Umsatzrückgang von 31,3 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum auf 12,36 Milliarden RMB.

Besonders deutlich wird der Druck in der Bruttomarge, die von 8,3 Prozent im ersten Quartal auf 4,2 Prozent im zweiten Jahresviertel schrumpfte. Mit 15,9 Gigawatt lagen die Modulauslieferungen zudem rund 34,4 Prozent unter dem Niveau des Vorjahresquartals.

Diese Zahlen verdeutlichen die schwierigen Rahmenbedingungen im globalen Solarmarkt, die auch zu einer Anpassung der Jahresziele führten. Für das Gesamtjahr 2026 erwartet das Management nun Modulauslieferungen in einer Spanne von 60,0 bis 70,0 Gigawatt, nachdem zuvor noch bis zu 85 Gigawatt in Aussicht gestellt worden waren. Das Papier schloss am Freitag bei 11,64 Euro, womit sich das Minus seit Jahresbeginn auf 49 Prozent summiert.

Fokus auf Energiespeicher und Effizienz

Trotz der gedämpften Prognosen für das reine Modulvolumen zeigen sich in Teilbereichen positive Tendenzen. Die Auslieferungen von Energiespeichersystemen (ESS) konnten im ersten Halbjahr signifikant gesteigert werden. Besonders hervorzuheben ist hierbei die Verbesserung der Bruttomargen im Speichersegment, das sich zunehmend als zweites Standbein neben der Photovoltaik etabliert.

Zudem forciert das Unternehmen die Umstellung seines Produktportfolios auf hocheffiziente Technologien. JinkoSolar geht davon aus, dass diese Produkte im laufenden Jahr mehr als 60 Prozent der gesamten Modulauslieferungen ausmachen werden.

Für das dritte Quartal wird ein Absatz zwischen 15,0 und 17,0 Gigawatt angestrebt. Das aktuelle Kursniveau spiegelt die Skepsis der Anleger wider: Der Abstand zum 52-Wochen-Tief beträgt lediglich 3,6 Prozent, was die prekäre Lage der Aktie an den Märkten verdeutlicht.

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