Zwei Fünfjahresverträge in der Mongolei geben Hochtiefs Tochter Thiess eine langfristige vertragliche Grundlage für Bergbaudienstleistungen. Die gestern gemeldeten Aufträge betreffen die Minen Oyu Tolgoi und Ukhaa Khudag. Für Anleger stehen damit konkrete Vertragsabschlüsse im Mittelpunkt, während Hochtiefs mögliche Beteiligung an einer KI-Gigafactory noch vorbereitet wird.
Zwei Verträge mit unterschiedlichen Aufgaben
Nach Angaben von ACS übernimmt Thiess Untertage-Bergbaudienstleistungen in der von Rio Tinto betriebenen Oyu-Tolgoi-Mine. Der zweite Vertrag umfasst Asset-Management-Leistungen für Energy Resources an der Ukhaa-Khudag-Mine. Beide Vereinbarungen laufen über fünf Jahre.
Die Abschlüsse betreffen damit unterschiedliche Aufgaben: Bei Oyu Tolgoi geht es um Dienstleistungen im Untertagebergbau, bei Ukhaa Khudag um das Management der Anlagen. Die gemeinsame Laufzeit macht die langfristige Ausrichtung beider Vereinbarungen aus.
Für die Einordnung der Hochtief-Nachrichten ist vor allem der Vertragsstatus entscheidend. Thiess hat die Vereinbarungen bereits erhalten. Die Meldung steht damit für vertraglich gesichertes Geschäft und nicht lediglich für eine angestrebte Beteiligung an einem Projekt. Aus der langen Laufzeit allein lässt sich allerdings noch keine Aussage über den Ergebnisbeitrag ableiten.
KI-Pläne haben einen anderen Status
Laut einem Handelsblatt-Bericht vom Dienstag bereitet Hochtief eine Bewerbung für eine von der EU geförderte KI-Gigafactory vor. Der Konzern verhandelt demnach mit potenziellen Partnern, darunter Vodafone, und prüft Standorte.
Das ist klar von den Thiess-Verträgen zu unterscheiden. Die Gespräche und Standortprüfungen gehören zur Vorbereitung einer möglichen Bewerbung. Sie sind weder mit einem Zuschlag noch mit einer bereits vereinbarten Zusammenarbeit mit Vodafone gleichzusetzen. Für Anleger haben die Bergbauverträge deshalb einen anderen Stellenwert als die Aussicht auf ein KI-Projekt.
Einen weiteren konkreten Auftrag erhielt Hochtief am 16. Oktober: den Bau eines Sammlungsforschungszentrums für das Museum für Naturkunde Berlin. Dieser soll rund 70 Millionen Euro Umsatz bringen. Die Fertigstellung ist für Sommer 2029 vorgesehen.
Die jüngsten Meldungen verbinden somit abgeschlossene Aufträge mit einer möglichen neuen Projektchance. Maßgeblich bleibt die Trennung dieser unterschiedlichen Verbindlichkeitsgrade. Der nächste angekündigte Finanztermin ist der 5. November: Dann veröffentlicht Hochtief die Ergebnisse für das dritte Quartal 2026.
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