Goldpreis: Das wussten bisher nur wenige!

Eine WGC-Analyse zeigt Goldanteile von zwei bis fünf Prozent bei Pensionsfonds und eine veränderte Rolle von Staatsanleihen.

Auf einen Blick:
  • Pensionsfonds halten zwei bis fünf Prozent Gold
  • PDN weist die höchste Goldquote auf
  • Goldpositionen seit 2020 und 2021 beibehalten
  • Staatsanleihen korrelieren stärker mit Aktien

Mit einem Zugewinn von 0,45 % auf 4.162 US-Dollar pro Feinunze stand der Goldpreis am Montagmorgen leicht im Plus. Die Notierung hat dennoch seit dem Zwischenhoch Ende August 10 % eingebüßt und steht circa 23 % unter dem Anfang des Jahres erzielten Allzeithoch (Stand: 05.10.2026, 10:00 Uhr).

Derweil hat die Branchenorganisation World Gold Council (WGC) eine neue Analyse veröffentlicht. Im Fokus: Pensionsfonds. Demnach gewinnt Gold bei diesen Investoren dauerhaft an Bedeutung.

Die Analyse des WGC zeigt anhand von Fonds aus den Niederlanden, den USA, Großbritannien und Australien, dass Gold zunehmend als Ergänzung zu klassischen Staatsanleihen eingesetzt wird. Gründe sind Inflationsrisiken, geopolitische Unsicherheit und eine nachlassende Diversifikationswirkung von Anleihen.

Goldpreis: Pensionsfonds halten 2 % bis 5 % in Gold

Die untersuchten Fonds halten rund 2 % bis 5 % ihres Vermögens in Gold, entweder physisch oder über Futures. Bemerkenswert ist die Dauer: Die Positionen wurden überwiegend 2020 und 2021 aufgebaut und trotz zwischenzeitlich veränderter Marktbedingungen bis heute beibehalten.

Der niederländische Pensioenfonds PDN besitzt mit 5 % die höchste Goldquote der vier Beispiele. Der Fonds begann im Oktober 2020 mit dem Aufbau und finanzierte diesen durch eine Reduzierung seiner Staatsanleihenquote. Laut World Gold Council ergab bereits eine ältere Analyse, dass Gold das erwartete Portfoliorisiko senken könne, ohne die erwartete Rendite zu reduzieren.

Goldpreis: Anleihen verlieren Rolle als Gegengewicht

Hintergrund ist eine Veränderung der traditionellen Portfolioarchitektur. Staatsanleihen galten lange als Absicherung, wenn Aktienmärkte fielen. In den vergangenen Jahren ist die Korrelation zwischen Aktien und Anleihen laut World Gold Council jedoch deutlich gestiegen. US-Staatsanleihen weisen seit 2022 eine positive Korrelation mit Aktien auf.

Gold zeigte dagegen ein stabileres Korrelationsprofil und tendierte bei besonders starken Aktienmarkteinbrüchen zu einer stärker negativen Korrelation.

Zur Einordnung: Für den Goldpreis ist weniger die Höhe einzelner Positionen entscheidend als ein möglicher struktureller Wandel bei institutionellen Anlegern. Die Beispiele zeigen, dass Gold von einigen Pensionsfonds nicht primär als Spekulation auf steigende Preise betrachtet wird, sondern als strategischer Portfoliobaustein neben Aktien und Anleihen.

Dass einige internationale Zentralbanken im großen Stil auf Gold als Absicherung setzen, ist seit Jahren bekannt. Dass nun auch die Pensionsfonds in den Fokus geraten, unterstützt das langfristig bullische Szenario rund um Gold.

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