Goldpreis: Waffenstillstand, Volatilität und 4.800 Dollar!

Der Goldpreis stieg nach einem fragilen Waffenstillstand mit Iran auf über 4.800 Dollar je Unze, verlor aber später wieder an Schwung. Analysten warnen vor anhaltender Volatilität.

Auf einen Blick:
  • Gold schloss 2% höher bei 4.749,50 Dollar je Unze
  • Waffenstillstand zwischen USA und Iran als kurzfristiger Kurstreiber
  • Pepperstone-Stratege Ahmad Assiri warnt vor Fragilität der Lage
  • Silber sprang 4,7% und beendete eine dreitägige Verlustserie

Sieben Mal in den vergangenen acht Handelssitzungen legte Gold zu. Das allein klingt schon nach einer Geschichte. Doch die Geschichte hat, wie so oft beim Gold, einen Twist.

Auslöser des jüngsten Anstiegs war der von Präsident Trump ausgehandelte zweiwöchige Waffenstillstand mit Iran. Rohöl und Dollar rutschten daraufhin ab, Gold hingegen kletterte zeitweise über die Marke von 4.800 Dollar je Unze. Ein beachtlicher Moment.

Kaum oben, schon wieder Gegenwind

Dann meldete sich Irans Parlamentssprecher zu Wort und erklärte, das Waffenstillstandsabkommen sei gebrochen worden. Gold reduzierte seine Gewinne prompt. Am Ende schloss der Front-Month-Kontrakt an der Comex für April-Lieferung bei 4.749,50 Dollar je Unze, ein Plus von 2 Prozent. Silber sprang gleichzeitig um 4,7 Prozent auf 75,224 Dollar je Unze und beendete damit eine dreitägige Verlustserie.

Das ist eben das Problem mit Waffenstillständen in diesem Marktumfeld: Sie sind gut für eine Rallye, aber schlecht für Planungssicherheit.

Gold/US-Dollar Chart

„Konditioniert und fragil“

Ahmad Assiri, Stratege bei Pepperstone, bringt es auf den Punkt. Der Anstieg über 4.800 Dollar sei „eine Neukalibrierung des Risikos, kein vollständiger Regimewechsel“. Die Märkte preisten nun eine geringere Wahrscheinlichkeit anhaltender Störungen ein, behielten aber einen Abschlag gegenüber dem Niveau vor dem Iran-Krieg bei.

Und Assiri warnt demnach auch: „Der aktuelle Waffenstillstand bietet ein Fenster der Erleichterung, aber er ist konditioniert und fragil. Jedes Anzeichen eines Zusammenbruchs, besonders rund um die Straße von Hormuz, würde wahrscheinlich wieder Volatilität auslösen.“

Fed im Hintergrund – und das ist kein Trost

Analysten sehen im Waffenstillstand auch eine mögliche Entlastung beim Inflationsdruck, was der Fed Spielraum für Zinssenkungen geben könnte. Zinssenkungen wären bullish für Gold. Nur: Die Protokolle des Fed-Treffens vom 17. und 18. März zeigen, dass eine wachsende Zahl von Notenbankern eher über Zinserhöhungen nachdenkt, weil die Inflation hartnäckig über dem 2-Prozent-Ziel liegt. Auch wegen des Iran-Kriegs.

Gold steigt also auch auf die Hoffnung hin, dass die Fed lockert. Und die Fed denkt gerade über das Gegenteil nach. Das könnte wiederum manchem Anleger zu Denken geben.

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