Am Montagvormittag lief der Goldpreis mit einem Plus von 0,06 % auf 4.545 USD pro Unze seitwärts. Zuletzt hatte die Edelmetall-Notierung Rücksetzer hinnehmen müssen und blieb damit weiterhin deutlich entfernt von den im Winter erreichten Höchstständen über der 5.000-USD-Schwelle (Stand: 18.05.2026, 10:00 Uhr).
Auch am Montag dürfte die weiterhin unklare Entwicklung des Iran-Kriegs den Goldpreis beeinträchtigt haben. Der Konflikt in Nahost hält den Goldpreis seit Monaten in Schach, da die höheren Ölpreise Inflations- und Zinsängste schüren, die sich wiederum negativ auf die Nachfrage nach dem Metall auswirken dürften.
Goldpreis: Goldman Sachs sieht weiterhin Kurspotenzial
Dennoch bleibt das übergeordnete Bild laut vielen Experten bullisch. Das US-Investmenthaus Goldman Sachs etwa beließ sein Kursziel laut einem Bloomberg-Bericht bei 5.400 USD bis Ende 2026. Gleichzeitig hat das Institut seine Prognose für die Goldkäufe der Zentralbanken deutlich nach oben korrigiert.
Goldman stellte Bloomberg zufolge fest, dass sein internes Modell zur Schätzung der Goldnachfrage von Zentralbanken die tatsächlichen Käufe seit August 2025 systematisch unterschätzt hatte. Der überarbeitete gleitende Zwölfmonatsdurchschnitt liegt nun bei 50 Tonnen pro Monat – gegenüber zuvor 29 Tonnen.
Besonders auffällig ist die Revision für Januar 2026: Demnach erwarben Zentralbanken in diesem Monat 66 Tonnen Gold, während das alte Modell lediglich 12 Tonnen ausgewiesen hatte.
Goldpreis: Verborgene Käufe als Ursache der Unterschätzung
Der Grund für die Abweichung liegt in einer wachsenden Lücke zwischen den tatsächlichen Goldabflüssen aus Londoner Tresoren und den in britischen Handelsdaten erfassten Exporten. Da ein wachsender Teil staatlicher Goldtransaktionen offenbar nicht mehr statistisch erfasst wird, passte Goldman sein Modell an und bezieht diese nicht aufgezeichneten Bewegungen nun als eigenständige Größe mit ein.
Goldman-Strategen zufolge dürften geopolitische Entwicklungen Zentralbanken und private Investoren gleichermaßen dazu bewegen, ihre Goldbestände weiter auszubauen. Für den Rest des Jahres 2026 rechnet die Bank mit monatlichen Käufen von durchschnittlich 60 Tonnen.
Goldpreis: Kurzfristige Risiken nicht ausgeschlossen
Dennoch zeigen sich die Analysten laut Bloomberg kurzfristig vorsichtig: Gold sei aufgrund seiner hohen Liquidität eine natürliche Quelle zur Beschaffung von Barmitteln, wenn private Anleger in Engpässe geraten. Ein Kursrückgang sei möglich, falls Aktienmärkte unter Druck geraten oder sich geopolitische Unsicherheiten in schwächeren Wachstumserwartungen niederschlagen sollten.
Zur Einordnung: Die überarbeiteten Schätzungen unterstreichen, wie stark die Nachfrage der Zentralbanken den Goldmarkt inzwischen prägt. Viele Notenbanken – insbesondere außerhalb der westlichen Einflusssphäre – haben ihre Goldkäufe in den vergangenen Jahren beschleunigt, um ihre Währungsreserven breiter aufzustellen und weniger abhängig vom US-Dollar zu machen.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 18. Mai liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 18. Mai erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
