Goldpreis: Powell-Ermittlung vorbei, aber die Woche war trotzdem rot!

Die Einstellung der Ermittlungen gegen Fed-Chef Powell treibt Gold kurzzeitig an, doch die Woche endet mit Verlusten von 2,8 Prozent.

Auf einen Blick:
  • Gold fiel auf Wochensicht um 2,8 Prozent, Silber sogar um 5,5 Prozent
  • DoJ stellt Ermittlung gegen Fed-Chef Powell ein, Kevin Warsh als Nachfolger im Gespräch
  • Steigende Ölpreise und höhere Anleiherenditen belasten Gold
  • Comex-Gold schloss am Freitag bei 4.722,30 Dollar je Unze, plus 0,4 Prozent

Freitagabend, kurz vor Handelsschluss in den USA: Das US-Justizministerium lässt die Ermittlung gegen Fed-Chef Jerome Powell fallen, und Gold dreht ins Plus. Rund 0,4 Prozent Aufschlag, Comex-Gold schließt bei 4.722,30 Dollar je Unze. Klingt nach Erleichterung. Ist es aber nicht, denn auf Wochensicht verlor Gold gut 2,8 Prozent. Silber rauschte sogar 5,5 Prozent nach unten, schloss am Freitag immerhin mit einem Plus von 1,2 Prozent bei 76,38 Dollar je Unze.

Gold/USD Chart

Was steckt hinter dem Powell-Deal?

Senator Tillis, Republikaner und Mitglied des Bankenausschusses, hatte die Bestätigung von Kevin Warsh als neuem Fed-Chef im Senat blockiert, solange die Ermittlung lief. Nun ist sie weg. Warsh gilt als jemand, der Zinssenkungen wohlwollender gegenübersteht als Powell, und genau das hat am Freitag kurz für Optimismus gesorgt.

Powell selbst hatte stets behauptet, die eigentliche Absicht hinter der DoJ-Untersuchung sei Druck auf die Fed gewesen, die Zinsen schneller zu senken, so wie Trump es wollte. Offiziell ging es um Kostenüberschreitungen bei der milliardenschweren Renovierung des Fed-Hauptquartiers in Washington.

Hormuz, Öl und die Inflation im Nacken

Der eigentliche Grund für die schwache Goldwoche war ein anderer. Stockende Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran trieben den Ölpreis hoch, und damit die Inflationsangst. Die Analysten von ING formulierten es so: Je länger die Straße von Hormuz gesperrt bleibe, desto größer der Ölschock und desto weiter entfernt die Idee, dass Brent-Rohöl wieder unter 80 Dollar fällt. Viele Zentralbanken, so die Einschätzung, müssten auf diesen Inflationsschub reagieren, was Zinssenkungen nach hinten verschiebt.

Das ist Gift für Gold. Die zehnjährigen US-Staatsanleiherenditen sprangen auf Wochensicht um 1,5 Prozent, der Dollar verbuchte seinen ersten Wochengewinn seit drei Wochen. Höhere Opportunitätskosten, teureres Gold für Nicht-Dollar-Anleger. Das Muster kennt man.

Warsh als Hoffnungsträger?

Ob Warsh als Fed-Chef tatsächlich schneller die Zinsen senkt und Gold damit neuen Schwung gibt, ist eine andere Frage. Die Märkte haben die Erwartung schon eingepreist, bevor Warsh auch nur einen Tag im Amt war. Wer auf diese Geschichte setzt, kauft die Hoffnung, nicht die Realität. Und Hoffnung hatte Gold zuletzt schon genug, die Wochenbilanz blieb trotzdem rot.

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