Auch am Montag ging es für den Goldpreis nach unten. So verlor die Edelmetall-Notierung am Vormittag 0,8 % auf rund 4.289 US-Dollar pro Feinunze. Auf 1-Monats-Sicht beläuft sich das Minus nun auf knapp -8 % (Stand: 08.06.2026, 10:00 Uhr).
Goldpreis: Weitere Iran-Eskalation belastet
Hintergrund der jüngsten Rücksetzer dürfte abermals der Iran-Krieg sein. Am Wochenende hat der Iran zum ersten Mal seit April wieder Angriffe gegen Israel durchgeführt, woraufhin Israel am Montag trotz der Warnungen von US-Präsident Donald Trump mit Militärschlägen antwortete.
Der Goldpreis reagiert seit Monaten negativ auf Eskalationen im Iran-Krieg, da der Markt eine Verschlimmerung der Inflationsspirale sowie eine strengere Zinspolitik befürchtet. Letztere belastet die Nachfrage nach Gold.
Goldpreis: Investitionsnachfrage überholt erstmals Schmuck
Derweil hat das Londoner Analysehaus Metals Focus eine neue Studie zum Goldpreis veröffentlicht. Kurzum: Das Unternehmen prognostiziert für 2026 einen neuen jährlichen Rekordpreis beim Gold von durchschnittlich 4.920 Dollar je Feinunze.
Die Gesamtnachfrage nach Gold soll 2026 zwar um 2,3 Prozent zurückgehen – ein Rückgang, der vor allem auf schwächere Schmucknachfrage und geringere Käufe der Zentralbanken zurückgeht. Gleichzeitig soll die physische Anlageinvestition – also Käufe von Barren und Münzen – so stark steigen, dass sie erstmals in der Geschichte die Schmucknachfrage als größten Einzelposten der Goldnachfrage übertrifft.
Matthew Piggott, Golddirektor bei Metals Focus, verwies darauf, dass Gold 2025 um 44 Prozent zugelegt habe – das stärkste Jahresplus seit 1980. Die Treiber seien unverändert: Unsicherheit über die US-Wirtschaftspolitik, Zweifel an der langfristigen Stärke des Dollars, erhöhte geopolitische Risiken und hoch bewertete Aktienmärkte.
Goldpreis: Langfristiger Bullen-Markt laut Metals Focus intakt
Auf der Angebotsseite soll die weltweite Minenproduktion um 2,4 Prozent auf einen Rekordwert von 3.907 Tonnen steigen. Auch das Recyclingvolumen soll um 5,1 Prozent zulegen, obwohl viele Anleger trotz hoher Preise nicht bereit seien, ihre Bestände zu verkaufen.
Zentralbanken kauften 2025 zwar weniger Gold als im Vorjahr – der Rückgang beläuft sich auf 22 Prozent auf 848 Tonnen. Die staatlichen Institute lagen damit aber noch immer deutlich über den Niveaus vor 2022, als viele Regierungen begannen, ihre Reserven stärker zu diversifizieren.
Den jüngsten Preisdruck durch den Iran-Krieg und veränderte Zinserwartungen bewertet Metals Focus als vorübergehend: Sobald sich die Lage im Nahen Osten stabilisiere, dürfte der Goldpreis seinen Aufwärtstrend wieder aufnehmen. Denn alle anderen Faktoren, die den Kurs 2025 gestützt hätten, blieben voraussichtlich auch im weiteren Verlauf von 2026 und darüber hinaus bestehen.
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