Mit einem Minus von 2,7 % auf 4.173 US-Dollar pro Feinunze ging es für den Goldpreis am Montagmorgen deutlich nach unten. Seit dem Zwischenhoch Ende August hat die Notierung etwa 10 % eingebüßt, seit dem Allzeithoch Anfang des Jahres gar mehr als 20 %. Dennoch steht der Goldpreis auf 3-Jahres-Sicht mit satten 122 % im Plus (Stand: 28.09.2026, 9:00 Uhr).
Goldpreis: Trump lehnt 7-Tage-Plan der Iraner ab
Verantwortlich für den signifikanten Rückgang am Montag war vor allem der Iran-Krieg. Teheran hatte den USA einen 7-Tage-Plan für die Freigabe der wichtigen Straße von Hormus vorgeschlagen. Am Wochenende lehnte US-Präsident Donald Trump diesen jedoch ab.
Das Angebot sei nicht akzeptabel gewesen, monierte Trump gegenüber Journalisten. Medienberichten zufolge hat der Präsident auch Zweifel geäußert, ob der Iran seine Forderungen erfüllen werde. Zuvor hatte Trump dem Land bei der UN-Vollversammlung erneut mit der Vernichtung gedroht.
Immerhin: Das Weiße Haus gab am Wochenende auch bekannt, dass die Verhandlungen mit Teheran in der laufenden Woche weitergehen sollen. Die anhaltenden politischen Turbulenzen und der weiterhin völlig unklare Fortgang des Iran-Kriegs ließen den Ölpreis am Montagmorgen steigen – um 2,4 % auf rund 107 Dollar pro Barrel (Brent).
Hoher Ölpreis setzt Goldpreis unter Druck
Für Gold entsteht daraus ein Belastungsfaktor: Hohe Energiepreise schüren Inflationssorgen und könnten die US-Notenbank zu einer länger straffen Geldpolitik bewegen. Die Fed hatte ihren Leitzins Mitte September bereits um 25 Basispunkte auf 3,75 % bis 4 % erhöht. Am Markt wurde zuletzt eine Wahrscheinlichkeit von rund 65 % für eine weitere Zinserhöhung im Oktober eingepreist.
Steigende Zinsen und Anleiherenditen sind für Gold grundsätzlich Gegenwind, da das Edelmetall selbst keine laufenden Erträge abwirft. Genau dieser Effekt scheint seit Beginn des Iran-Kriegs stärker zu sein als die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen angesichts der geopolitischen Spannungen.
Absicherung gegen US-Risiken: Hohe strukturelle Nachfrage nach Gold
Dennoch: Das Interesse an Gold-ETFs ist weiterhin hoch – ebenso die engagierten Käufe der Zentralbanken. Es gibt also einen hohen strukturellen Bedarf an Gold, sowohl vonseiten privater und institutioneller als auch staatlicher Akteure. Dahinter stecken laut Experten neben den geopolitischen Krisen und Risiken vor allem das nachlassende Vertrauen in das US-Finanzsystem und die extrem hohen Schulden des US-Staatshaushalts. Gold dient hier für viele Investoren als Sicherungsanker.
Goldman Sachs erwartet derweil einen Goldpreis von 4.900 Dollar pro Unze bis Ende 2026. 2027 könnte es demnach auf bis zu 5.400 bis 5.600 Dollar nach oben gehen.
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