Auch am Montagmorgen ging es für den Goldpreis etwas nach unten. So verlor die Notierung 0,3 % auf 4.442 US-Dollar pro Feinunze. Bereits am Freitag hatte das Edelmetall an Wert eingebüßt. Auf 1-Monats-Sicht stand der Goldpreis am Montagvormittag dennoch mit 9,5 % im Plus (Stand: 31.08.2026, 9:30 Uhr).
Auslöser des Kursdrucks sind die zuletzt deutlich gestiegenen Erwartungen an eine mögliche Zinserhöhung durch die US-Notenbank Fed nach den jüngsten Aussagen von Fed-Chef Kevin Warsh.
Warsh hatte beim Notenbanktreffen in Jackson Hole erklärt, die Fed habe möglicherweise noch „Arbeit zu erledigen“, falls die Inflation nicht nachhaltig in Richtung des Zwei-Prozent-Ziels zurückkehre. Die Aussagen wurden von den Märkten als vergleichsweise restriktiv interpretiert.
Goldpreis: Zinserhöhungsängste belasten das Edelmetall
Nach den Aussagen des Fed-Chefs erhöhten Anleger ihre Erwartungen für einen Zinsschritt im September deutlich. Laut CME FedWatch Tool stieg die vom Markt eingepreiste Wahrscheinlichkeit einer Zinserhöhung von rund 36 Prozent auf mehr als 50 Prozent.
Marktanalyst Tim Waterer von KCM Trade erklärte gegenüber CNBC, der Goldmarkt leide weiterhin unter dem restriktiven Tonfall von Warsh. Investoren würden derzeit neu bewerten, ob aus der schärferen Inflationsrhetorik tatsächlich eine weitere Zinserhöhung resultieren könnte.
Goldpreis: Höhere Zinsen machen Gold weniger attraktiv
Für Gold sind steigende Zinserwartungen üblicherweise negativ. Da das Edelmetall keine laufenden Zinserträge abwirft, steigen mit höheren Renditen die Opportunitätskosten einer Goldanlage. Gleichzeitig profitiert häufig der US-Dollar, was Gold für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Zusätzlichen Druck erzeugen nach Einschätzung von Marktbeobachtern steigende Ölpreise und die Sorge, dass geopolitische Spannungen die Inflation erneut anheizen könnten. Dadurch könnte sich der Spielraum der Fed für eine lockere Geldpolitik weiter verringern.
Goldpreis: Nun richten sich alle Blicke auf die US-Konjunkturdaten
Im Fokus stehen nun mehrere wichtige US-Arbeitsmarktdaten, darunter die offiziellen Arbeitsmarktzahlen (Non-Farm Payrolls). Diese könnten entscheidend dafür sein, ob die Märkte ihre Zinserwartungen weiter nach oben anpassen oder ob sich die jüngste Schwäche des Goldpreises wieder legt.
Zur Einordnung: Noch vor wenigen Tagen hatte Gold von Sorgen um die hohe US-Staatsverschuldung und einem schwächeren Dollar profitiert. Viele Analysten sehen darin weiterhin einen übergeordneten Nachfragetrend für das Edelmetall, auch mit Blick auf die beachtlichen Goldkäufe der Zentralbanken.
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