Goldpreis: Anleger setzen auf Dollar statt Edelmetall!

Der Goldpreis verliert trotz geopolitischer Spannungen und steigender Ölpreise. Anleger flüchten in den US-Dollar, was die Rolle des Edelmetalls als sicherer Hafen infrage stellt.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis fiel am Montag auf 4.994 US-Dollar je Unze
  • Vierte Verlustsitzung in Folge trotz Nahostkrise
  • Dollar verdrängt Gold als bevorzugten sicheren Hafen
  • Inflationssorgen durch Ölpreise über 100 Dollar dämpfen Zinssenkungshoffnungen

Der Goldpreis geriet am Montagnachmittag unter Druck und rutschte zeitweise unter die psychologisch wichtige Schwelle von 5.000 US-Dollar je Unze. Zum Handelsschluss notierte der März-Kontrakt an der Comex bei 4.994 US-Dollar, ein Minus von 1,2 Prozent. Es war der vierte Handelstag in Folge mit Verlusten und zugleich der niedrigste Schlusskurs seit dem 19. Februar.

Bemerkenswert erscheint diese Entwicklung vor dem Hintergrund der anhaltenden Gewalt im Nahen Osten. Die Straße von Hormus bleibt geschlossen, was 20 Prozent der weltweiten Öl- und Flüssiggastransporte betrifft. Der Brent-Rohölpreis hielt sich trotz leichter Tagesverluste über der Marke von 100 Dollar je Barrel.

Gold/US-Dollar Chart

Dollar übernimmt Rolle des sicheren Hafens

„Der Dollar war während dieses Konflikts der ultimative sichere Hafen“, erklärte Daniel Ghali, Senior-Rohstoffstratege bei der Toronto Dominion Bank. Diese Verschiebung sei für Gold nachteilig, da das Edelmetall im vergangenen Jahr noch diese Rolle innehatte. Die Stärke des Dollars dürfte damit zusammenhängen, dass steigende Energiepreise die Inflationssorgen neu entfachen und Hoffnungen auf weitere Zinssenkungen dämpfen.

Die Federal Reserve wird bei ihrer Sitzung in dieser Woche voraussichtlich die Zinsen unverändert lassen. Investoren richten ihre Aufmerksamkeit nun auf die Äußerungen von Fed-Chef Powell, um Hinweise auf den künftigen geldpolitischen Kurs zu erhalten. Auch Silber konnte sich dem Abwärtstrend nicht entziehen und verlor 0,8 Prozent auf 80,26 Dollar je Unze.

Jahresperformance bleibt trotz Rückschlag positiv

Trotz der jüngsten Schwäche zeigen beide Edelmetalle seit Jahresbeginn eine beachtliche Entwicklung. Gold legte bislang um mehr als 15 Prozent zu, Silber um 14 Prozent. Diese Gewinne relativieren die aktuelle Korrektur und lassen vermuten, dass die langfristigen Faktoren für eine Nachfrage nach Edelmetallen weiterhin intakt sind.

Wie nachhaltig die Verschiebung hin zum Dollar als bevorzugtem sicheren Hafen tatsächlich ist, bleibt eine offene Frage. Sollten die Energiepreise weiter steigen und die Inflation anheizen, könnte dies paradoxerweise auch wieder die Attraktivität von Gold als Inflationsschutz erhöhen. Anleger sollten die Fed-Sitzung und vor allem Powells Kommentare genau verfolgen, um die nächsten Bewegungen am Edelmetallmarkt besser einschätzen zu können.

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