Der Goldpreis hat es wieder getan. Zum achten Mal in neun Sitzungen schloss der an der Comex gehandelte Gold-Future im Plus, diesmal um 0,9 Prozent auf 4.792,20 Dollar je Unze. Das ist zugleich der höchste Schlussstand seit dem 18. März. Silber zog mit, legte 1,4 Prozent zu und beendete den Handel bei 76,277 Dollar.
Der Treiber war diesmal ein schwächerer Dollar. Dazu gesellt sich die geopolitische Gemengelage, die alles andere als beruhigt ist: Israel beschoss weiter Ziele im Libanon, der Iran hält die Straße von Hormuz blockiert, und die Waffenruhe zwischen Washington und Teheran wirkt fragil wie ein Kartenhaus im Durchzug.
Gold/US-Dollar Chart
Händler wetten auf Kriegsende
Interessant ist, was Mizuho-Stratege Robert Yawger dazu sagt. Laut ihm impliziert die Kursentwicklung, dass Trader auf ein baldiges Ende der Feindseligkeiten setzen. „Die Kursentwicklung signalisiert, dass die Trader darauf spekulieren, dass dieser Krieg lieber heute als morgen vorbei ist“, schrieb er in einer Notiz. Das klingt wenig faktenbasiert, sondern eher nach dem Prinzip Hoffnung. Dennoch: Wer in der aktuellen Lage auf Deeskalation spekuliert, kauft keine Energie-Absicherung, sondern Gold als Wertaufbewahrungsmittel.
Dabei ist das Risikoszenario durchaus real. Scheitern die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran, könnten Energiekosten und Inflation anziehen, was die Fed zu länger hohen Zinsen zwingen würde. Höhere Realzinsen sind für Gold eigentlich Gift, weil das Metall keine Rendite abwirft. Dass der Preis trotzdem steigt, sagt einiges über die aktuelle Stimmung.
ETF-Zuflüsse als Bodensatz
Standard Chartered liefert den strukturellen Unterbau. Die Metals-Research-Analysten des Hauses verweisen auf erste Anzeichen einer Stabilisierung der Gold-ETF-Zuflüsse, die im April ins Positive gedreht sind. ETF-Investoren orientieren sich erfahrungsgemäß stärker an Realzinsen als an geopolitischen Narrativen. Drehen die Zuflüsse, findet der Preis einen Boden. Dazu kommen Zentralbanken, die netto weiter Gold kaufen. Standard Chartered traut dem Markt zu, die Rekordhochs dieses Jahres erneut zu testen.
Ob das bei einem Spot-Preis von rund 4.660 Dollar je Unze noch viel Fantasie braucht, ist eine andere Frage. Achtmal rauf in neun Sitzungen, und die Luft sollte noch nicht zu dünn geworden sein.
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