Gold erlebt zum Wochenauftakt den schwächsten Handelstag seit Wochen. Die Feinunze verliert über 3 Prozent und rutscht auf rund 4.115 bis 4.150 Dollar ab. Auslöser ist eine Gemengelage aus steigenden Ölpreisen, kletternden Anleiherenditen und der Aussicht auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank.
Öl und Zinsen drücken auf den Preis
Der Auslöser der Bewegung liegt außerhalb des Edelmetallmarkts. Nachdem US-Präsident Donald Trump einen iranischen Vorschlag zur Wiedereröffnung der Straße von Hormus abgelehnt hatte, zogen die Ölpreise merklich an. Das befeuert die Inflationserwartungen und nährt Spekulationen auf einen weiteren Zinsschritt der Fed.
Zehnjährige US-Staatsanleihen werfen dadurch erstmals seit 2007 wieder mehr als 5 Prozent Rendite ab — ein Umfeld, das zinslose Anlagen wie Gold unattraktiver macht.
Die Reaktion am Edelmetallmarkt fiel breit aus. Silber verlor sogar 5 Prozent, Platin gab um 2,5 Prozent nach, Palladium um 3,7 Prozent. Diese Woche richten Händler den Blick auf die anstehenden US-PCE-Inflationsdaten, den ISM-Einkaufsmanagerindex und den Arbeitsmarktbericht — allesamt mögliche Weichensteller für die nächste Fed-Entscheidung.
Charttechnik zeigt Warnsignale
Der Kursrutsch hinterlässt auch charttechnisch Spuren. Gold ist unter seinen 50-Tage-, 100-Tage- und 200-Tage-Durchschnitt gefallen und hat damit gleich zwei frische Verkaufssignale generiert: Der Bruch der 50-Tage-Linie fällt zusammen mit einem MACD, der unter seine Signallinie gerutscht ist. Zwischen der 50-Tage-Linie und der Marke von 4.000 Dollar bietet der Chart kaum nennenswerte Unterstützung mehr.
Der übergeordnete Aufwärtstrend, der Gold von der 2.000-Dollar-Marke Ende 2023 bis zum Rekordhoch von knapp 5.600 Dollar im Januar 2026 trug, ist damit vorerst gebrochen. Notenbanken kaufen zwar weiterhin in großem Stil Gold, doch private wie institutionelle Anleger zeigen angesichts der attraktiven Anleiherenditen derzeit weniger Interesse an dem zinslosen Edelmetall.
Die Marke von 4.000 Dollar dürfte in den kommenden Handelstagen zum entscheidenden Prüfstein werden. Hält sie, besteht Aussicht auf eine Bodenbildung — auch weil der Relative-Stärke-Index auf Tageskursbasis bereits überverkauftes Terrain erreicht hat. Rutscht Gold nachhaltig darunter, würde sich das Chartbild deutlich eintrüben, mit den Tiefs vom Juli als nächster Orientierungsmarke.
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