Der Goldpreis gerät unter Druck. Die Feinunze kostete zuletzt 4.360 Dollar — rund 37 Dollar weniger als am Vortag. Auslöser ist eine Gemengelage aus steigenden Anleiherenditen, einem festeren Dollar und wachsenden Wetten auf eine weitere Zinserhöhung der US-Notenbank.
Erzeugerpreise heizen Zinssorgen an
Die US-Erzeugerpreise für August brachten wenig Entlastung. Sie untermauern damit die Erwartung, dass die Federal Reserve bei ihrer Zinsentscheidung am Mittwoch kommender Woche erneut nachlegen könnte.
Der Markt preist aktuell eine Wahrscheinlichkeit von rund 70 Prozent für eine solche Anhebung ein — und genau das belastet Gold. Höhere Zinsen erhöhen die Opportunitätskosten des zinslosen Edelmetalls und machen verzinste Anlagen relativ attraktiver.
Charttechnisch zeigt sich das Bild uneinheitlich. Der Tagestrend deutet auf neutrales Momentum hin, das Edelmetall bleibt aber unter seinem 200-Tage-Durchschnitt gedeckelt. Diese Marke fungiert derzeit als Widerstand, den Käufer bislang nicht überwinden konnten.
Verbraucherpreise als nächster Test
Die Europäische Zentralbank hat parallel zum zweiten Mal in diesem Jahr die Leitzinsen angehoben und einen anhaltenden Inflationsdruck durch den Konflikt im Nahen Osten angeführt. Hohe Energiepreise infolge der Spannungen am Persischen Golf verstärken diese Dynamik zusätzlich. Der Euro reagierte auf die EZB-Entscheidung kaum und notierte bei 1,1628 Dollar, leicht schwächer als am Morgen.
Für Gold dürfte die Richtung nun stärker von den USA vorgegeben werden. Am Freitag stehen die US-Verbraucherpreise für August an — sie gelten als der eigentliche Prüfstein für die Zinserwartungen vor der Fed-Sitzung. Fällt die Inflation heißer aus als erwartet, dürfte der Druck auf den Goldpreis zunächst anhalten.
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