US-Zinssorgen und steigende Anleiherenditen setzen den Goldmarkt vor dem Wochenende spürbar unter Druck. Am gestrigen Donnerstag schloss die Feinunze bei 4.265,56 USD mit einem moderaten Tagesverlust von 0,4 %. Damit steuert das gelbe Edelmetall nach einer schwachen Handelswoche auf ein deutliches Minus zu.
Renditeanstieg und Zinserwartungen dämpfen Nachfrage
Treiber der jüngsten Verkaufswelle sind vor allem restriktive Signale aus den Reihen der US-Notenbank Federal Reserve. Philadelphia-Fed-Chefin Anna Paulson und New-York-Fed-Chef John Williams stellten kürzlich weitere Zinsschritte in Aussicht. Die Notenbank signalisiert damit unverändert Entschlossenheit im Kampf gegen den anhaltenden Preisdruck.
Am Terminmarkt rechnen Händler mittlerweile mit einer Wahrscheinlichkeit von rund 70 % mit einer erneuten Anhebung im Oktober. Diese Erwartung trieb die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen über die Marke von 5,1 %. Höhere Erträge festverzinslicher Papiere schwächen traditionell die Nachfrage nach zinslosen Anlagen.
Wichtige Unterstützungen im Fokus der Händler
Der Analyst Fawad Razaqzada warnt vor anhaltendem Abwärtsdruck, sollten die US-Renditen auf ihrem erhöhten Niveau verharren. Fällt der Kurs unter die Unterstützung bei 4.235 USD, drohen nach seiner Einschätzung zusätzliche Verluste. Eine nachhaltige Trendwende erwartet er erst bei einem Sprung über die Hürde von 4.400 USD.
Die anhaltende Stärke der US-Währung erschwert den Bullen derzeit jeden nachhaltigen Vorstoß. Der jüngste Preisrückgang reiht sich in eine ausgeprägte Konsolidierungsphase ein, die das Edelmetall seit Monaten prägt. Viele Marktteilnehmer agieren daher defensiv und warten auf klare charttechnische Signale.
Zentralbanken stützen das fundamentale Fundament
Dem Gegenwind an den Zinsmärkten steht jedoch eine robuste Nachfrage der Währungsbehörden gegenüber. Laut Erhebungen des World Gold Council beabsichtigen 45 % der befragten Notenbanken, ihre Reserven in den kommenden Monaten aufzustocken. Dieser institutionelle Kaufdruck bildet eine wichtige Stütze gegen tiefere Einbrüche.
Auch das Analysehaus Bernstein blickt auf lange Sicht positiv auf das Kaufverhalten der Währungsbehörden. Zwar senkten die Analysten ihre langfristige Kursprognose für das Jahr 2030 auf 5.600 USD je Unze. Als Begründung nannten sie jedoch ausschließlich gestiegene Realzinsen und verwiesen auf die ungebrochene physische Nachfrage.
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