Anleger stoßen Gold-ETFs in Milliardenhöhe ab. Zentralbanken kaufen im selben Zeitraum so viel Gold wie lange nicht mehr. Trotz dieser Kluft zwischen privaten und staatlichen Käufern schließt der Goldpreis die Woche bei 4.401,40 US-Dollar je Feinunze – ein Plus von 7,39 Prozent.
Die physischen Handelsplätze bleiben am Sonntag geschlossen. Der Freitagsschluss dient deshalb als Orientierung für die neue Handelswoche.
US-Inflationsdaten als nächster Prüfstein
Am Mittwoch, den 12. August, veröffentlicht die USA ihre Verbraucherpreise für Juli. Die Daten gelten als wichtigster Termin der Woche für die Geldpolitik der Federal Reserve.
Der jüngste Arbeitsmarktbericht fiel schwach aus. Die US-Wirtschaft verlor im Berichtsmonat 23.000 Stellen, deutlich mehr als Ökonomen erwartet hatten. Marktteilnehmer suchen nun nach einer Bestätigung für eine Zinspause oder sogar Zinssenkungen im September.
Fallen die Inflationsdaten niedriger aus als prognostiziert, sinkt der Druck auf die Realzinsen weiter. Gold zahlt keine Zinsen. Sinkende Realzinsen senken die Opportunitätskosten für das Edelmetall und machen es attraktiver.
Zentralbanken kaufen, Fondsanleger verkaufen
Die Nachfragestruktur zeigt aktuell ein gespaltenes Bild. Physisch besicherte Gold-ETFs wie der SPDR Gold Shares (GLD) verzeichnen deutliche Mittelabflüsse.
Seit dem 1. März 2026 summieren sich die Abflüsse aus dem GLD auf rund 14,4 Milliarden US-Dollar. SEC-Unterlagen für das zweite Quartal 2026 bestätigen den Trend. Anleger zogen im Berichtszeitraum 32,9 Millionen GLD-Anteile ab.
Zentralbanken bewegen sich in die entgegengesetzte Richtung. Im zweiten Quartal 2026 kauften Notenbanken weltweit netto 288,9 Tonnen Gold. Das entspricht einem Zuwachs von 62 Prozent gegenüber dem Vorjahreszeitraum. Polen und China traten dabei als besonders aktive Käufer auf.
Straße von Hormus bleibt Risikofaktor
Die angespannte Lage an der Straße von Hormus stützt den Goldpreis zusätzlich. Durch die strategisch wichtige Meerenge passieren aktuell nur noch rund 33 Schiffe pro Woche. Im Normalbetrieb sind es etwa 130.
Iran und Oman verhandeln Berichten zufolge über einen möglichen Schifffahrtskorridor. Die Unsicherheit über mögliche Versorgungsunterbrechungen hält die Risikoprämie im Goldpreis dennoch hoch. Jede Eskalation oder Entspannung wirkt sich über den Ölpreis direkt auf die Inflationserwartungen aus.
Nächste Marke bei 4.535 Dollar
Mit dem Sprung über die psychologische Marke von 4.400 Dollar hat Gold ein wichtiges Signal gesetzt. Als nächster Widerstand rückt nun der Bereich um 4.535 US-Dollar in den Blick – dort verläuft der 200-Tage-Durchschnitt.
Auf der Unterseite bietet die Marke um 4.200 Dollar Halt. Ende August richten Marktbeobachter ihren Blick zusätzlich auf das Jackson-Hole-Symposium der Notenbanken. Dort dürften weitere Signale zur langfristigen Zinspolitik folgen.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 09. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 09. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
