Die Erwartungen an eine Belebung der physischen Goldnachfrage stehen zu Beginn des vierten Quartals einem anhaltenden geldpolitischen Gegenwind gegenüber.
Während in China am 1. Oktober die traditionelle Festwoche begann und in Indien die Vorbereitungen auf das Diwali-Fest anlaufen, dämpfen das Zinsniveau und der starke US-Dollar das Sentiment an den Terminmärkten spürbar. Am Freitag ging die Feinunze Gold bei 4.144,04 US-Dollar aus dem Handel, was einem Wochenverlust von 3,4 Prozent entspricht.
Saisonaler Konsum gegen hohe Preisniveaus
Hoffnungen auf eine stützende Wirkung für das Edelmetall richten sich aktuell vor allem auf die asiatischen Verbrauchermärkte. Laut dem World Gold Council startete Anfang des Monats die bis zum 7. Oktober dauernde chinesische „Golden Week“, die historisch als wichtige Phase für Schmuckkäufe gilt.
Der Branchenverband wies jedoch darauf hin, dass die Nachfrage in China im laufenden Jahr durch das hohe Preisniveau und ein gedämpftes Verbrauchervertrauen gebremst wurde. Zuvor waren die chinesischen Aufschläge auf den internationalen Referenzpreis bis auf null gesunken.
Auch in Indien rücken mit Diwali und der anstehenden Hochzeitssaison wichtige Termine näher. Rhona O’Connell, Analystin bei StoneX, verwies am 29. September darauf, dass neben Zentralbankkäufen auch die indische Nachfrage eine Stütze bilden könne. Allerdings mahnte die Expertin zur Vorsicht: Die hohen Notierungen könnten preissensible Käufer abschrecken, während ein schwacher Monsun die ländliche Kaufkraft zusätzlich belaste.
Kapitalabflüsse und US-Zinserwartungen
Parallel zur Zurückhaltung im Schmucksektor zogen sich zuletzt auch Finanzinvestoren zurück. Nach Daten der Aufsichtsbehörde CFTC für die Woche bis zum 22. September reduzierten Vermögensverwalter ihre Netto-Long-Positionen auf den tiefsten Stand seit Ende Juli. Nach Angaben des World Gold Council verzeichneten börsengehandelte Gold-ETFs in der vorletzten Septemberwoche Abflüsse von 1,6 Tonnen.
Haupttreiber dieser Skepsis bleibt das Zinsumfeld in den USA. Steigende Renditen von US-Staatsanleihen und geopolitische Spannungen stützten den US-Dollar, was zinslose Anlagen unattraktiver macht.
Zwar sorgten schwächere Konjunkturdaten zum Monatswechsel – darunter gedämpfte Inflationszahlen und der am Freitag veröffentlichte US-Arbeitsmarktbericht mit einem Stellenzuwachs von nur 29.000 im September – für einen vorübergehenden Rückgang der Zinserhöhungserwartungen.
Eine nachhaltige Entlastung blieb jedoch aus, da feste Anleiherenditen den Spielraum für eine Erholung einschränkten. Mit einem Abstand von 26 Prozent zum 52-Wochen-Hoch spiegelt der Markt diese anhaltende Belastungsprobe wider.
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