Gold: UBS erwartet 5.200 Dollar

Der Goldpreis stabilisiert sich nach Verlusten bei 4.200 Dollar. JPMorgan und UBS geben stark abweichende Kursziele für die kommenden Monate aus.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis erholt sich auf 4.187 Dollar
  • JPMorgan erwartet 4.300 Dollar im Q3
  • UBS prognostiziert 5.200 Dollar in 12 Monaten
  • Zentralbanken stützen mit Rekordkäufen

Nach Wochen im Sinkflug hat der Goldpreis wieder Boden gefunden. Am Montag verteidigt das Edelmetall die Marke von 4.200 US-Dollar je Feinunze. Zwischen JPMorgan und UBS klafft bei der Kursprognose für die kommenden Monate allerdings eine große Lücke.

Zum Wochenschluss lag der Kurs bei 4.187,30 Dollar. Das entspricht einem Plus von 3,87 Prozent binnen sieben Tagen. Auf Monatssicht bleibt dennoch ein Minus von 3,80 Prozent.

Die Erholung wirkt damit fragil, hält aber bislang stand.

Seit Jahresbeginn steht ein Rückgang von 3,56 Prozent zu Buche. Vom Rekordhoch bei 5.626,80 Dollar aus dem Januar trennen den Kurs noch rund 25 Prozent.

Zum Jahrestief von Ende Oktober beträgt der Abstand dagegen nur gut 7 Prozent. Auslöser für die aktuelle Erholung sind vor allem schwächere US-Konjunkturdaten.

Der US-Arbeitsmarkt kühlt sich stärker ab als erwartet. Das erhöht den Druck auf die Notenbank Fed, ihre restriktive Zinspolitik zu überdenken. Gold gilt als zinslose Anlage und profitiert in einem Umfeld sinkender Realzinsen. Parallel dazu gab der US-Dollar-Index leicht nach, was Käufer außerhalb des Dollar-Raums anlockte.

Analysten uneins: JPMorgan vorsichtig, UBS optimistisch

JPMorgan korrigierte seine kurzfristigen Erwartungen leicht nach unten. Grund ist eine möglicherweise restriktivere Geldpolitik der Fed. Für das dritte Quartal 2026 rechnet die Bank dennoch mit rund 4.300 Dollar je Feinunze. Im vierten Quartal soll der Preis auf etwa 4.500 Dollar steigen.

Die Schweizer Großbank UBS blickt deutlich optimistischer in die Zukunft. Ihre Experten erwarten binnen zwölf Monaten einen Anstieg auf rund 5.200 Dollar. Als Treiber nennen sie erwartete US-Zinssenkungen, einen schwächeren Dollar und die anhaltende Nachfrage der Zentralbanken.

Zentralbanken als Treiber

Die physischen Käufe der Notenbanken wirken wie ein Sicherheitsnetz für den Kurs. Laut World Gold Council kauften Zentralbanken in den vergangenen vier Jahren im Schnitt 1.000 Tonnen Gold pro Jahr. Das ist doppelt so viel wie in der Dekade zuvor.

Viele Institute wollen ihre Abhängigkeit vom US-Dollar verringern. Sie diversifizieren ihre Reserven deshalb verstärkt mit physischem Gold. Manche Notenbanken holen zudem im Ausland gelagerte Bestände zurück ins eigene Land. Das soll geopolitische Risiken abfedern und die Verfügbarkeit in Krisenzeiten sichern.

Charttechnik: Nächste Marken im Blick

Der Sprung über die 20-Tage-Linie hat das kurzfristige Bild aufgehellt. Chartorientierte Käufer kehrten daraufhin in den Markt zurück. Der 50-Tage-Durchschnitt liegt trotzdem noch bei 4.415,02 Dollar, gut 5 Prozent über dem aktuellen Kurs.

Die Zone um 4.195 Dollar bildet aktuell den nächsten Widerstand. Ein Ausbruch darüber könnte den Weg Richtung 4.300 Dollar öffnen.

Auf der Unterseite gilt die Marke bei 4.094 Dollar als erste Unterstützung. Das psychologische Niveau von 4.000 Dollar bleibt das wichtigste Auffangbecken.

Der RSI von 46,6 signalisiert weder eine überkaufte noch eine überverkaufte Lage. Die annualisierte Volatilität von knapp 28 Prozent zeigt trotzdem: Ruhig bleibt der Goldmarkt vorerst nicht.

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