Am Terminmarkt haben spekulative Anleger ihre Engagements in Gold spürbar verringert. Die US-Aufsichtsbehörde CFTC wies gestern in ihrem wöchentlichen Bericht zur Marktpositionierung für die Kategorie der Fonds und Vermögensverwalter einen Rückgang der Netto-Long-Positionen aus. Zum Stichtag am 29. September schrumpfte der Überhang an optimistischen Terminkontrakten an der COMEX um 7.071 Kontrakte auf 120.318 Einheiten.
Der Rückzug institutioneller Spekulanten fällt in eine Phase anhaltender Richtungssuche. Trotz zwischenzeitlicher Erholungsversuche bleibt das Edelmetall im Griff der Zins- und Währungsmärkte, die den Spielraum an den Rohstoffbörsen merklich begrenzen.
Am Kassamarkt ging die Feinunze am Freitag mit 4.144,04 US-Dollar aus dem Handel, was einem Tagesminus von 0,8 Prozent entspricht. Auf Siebentagessicht summiert sich der Rückgang damit auf 3,4 Prozent.
Zinsdruck bremst Safe-Haven-Nachfrage
Die Zurückhaltung der spekulativen Akteure spiegelt das von Unsicherheit geprägte Zinsumfeld in den USA wider. Zwar sorgten schwächere Wirtschaftsdaten zuletzt für etwas Entlastung an den Zinsmärkten, doch dämpften hohe US-Staatsanleiherenditen und die Stärke der US-Währung wiederholt größere Kurssprünge.
Han Tan, Chefmarktanalyst von Bybit, wies Medienberichten zufolge darauf hin, dass Gold kurzfristig weiter Boden gutmachen könnte, sollten die Renditen der US-Staatsanleihen ihren Höhepunkt tatsächlich überschritten haben.
Auch die Analysten der DZ BANK sahen im Nahostkonflikt und in anhaltenden Inflationssorgen fundamentale Stützen für das Edelmetall als sicheren Hafen, verwiesen zugleich aber auf den belastenden Gegenwind durch den festen Dollar.
Zentralbanken und ETFs stützen den Markt
Auf der physischen Nachfrageseite stützen institutionelle Käufe das Preisgefüge. Laut Erhebungen des World Gold Council verzeichneten globale, physisch hinterlegte Gold-ETFs im August Zuflüsse von 18 Milliarden US-Dollar. Die gesamten Bestände dieser Fonds wuchsen dadurch um 121 Tonnen auf 4.189 Tonnen an.
Parallel dazu bleibt auch das Interesse der Währungshüter ein wesentlicher Pfeiler. Goldman Sachs schätzte die weltweiten Netto-Käufe der Zentralbanken für den Monat Juli auf 44 Tonnen und bekräftigte das eigene Preisziel von 4.900 US-Dollar je Unze bis zum Jahresende 2026.
Am Terminmarkt richtet sich der Blick der Händler nun auf die Veröffentlichung des nächsten Berichts der CFTC. Diese Daten zur Positionierung der Marktteilnehmer werden am 9. Oktober erwartet.
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