Iran erklärt die Straße von Hormuz für „vollständig offen“ für den kommerziellen Schiffsverkehr. Das war der Moment, auf den der Goldmarkt gewartet hat. Freitagshandel, Comex, April-Kontrakt: plus 1,5 Prozent auf 4.857,60 Dollar je Unze. Der höchste Schlusskurs seit dem 18. März. Auf Wochensicht ein Plus von 2 Prozent.
Gold/US-Dollar Chart
Weniger Ölpreisdruck, weniger Inflation, mehr Gold
Die Logik dahinter ist ziemlich direkt. Peter Grant, Senior-Metals-Stratege bei Zaner Metals, bringt es auf den Punkt: Die Wiederöffnung der Straße sei ein Schlüssel-Ereignis gewesen. Sinkende Ölpreise dämpfen den Inflationsdruck, das belebt die Erwartungen an Zinssenkungen, und das wiederum ist gut für Gold. Grant sieht kurzfristig Potenzial für eine Rückkehr über die 5.000-Dollar-Marke.
Peter Cardillo von Spartan Capital Securities ergänzt: Ein Ende des Krieges führe zu einem schwächeren Dollar und niedrigeren Renditen. Beides ist positiv für ein Metall, das in Dollar berechnet wird und selbst keine Zinsen abwirft. Die Rechnung ist simpel.
Silber/US-Dollar Chart
Silber läuft Gold diesmal den Rang ab
Noch beeindruckender war der Freitag für Silber. Der April-Kontrakt sprang um 4 Prozent auf 81,738 Dollar je Unze, bester Schlusskurs seit dem 12. März, und auf Wochensicht ein Plus von 7,1 Prozent. Cardillo sieht die Fundamentaldaten für Silber nun auf einem Niveau, das eine weitere Stärkung unterstützt: industrielle Nachfrage plus gestiegene Risikoaversion als Treiber.
5.000 Dollar wieder im Blick
Ob der Nahostkonflikt sich wirklich seinem Ende nähert, bleibt offen. Doch der Markt hat am Freitag klar abgestimmt. Gold auf Monatshoch, Silber fast. Und Peter Grant sagt, die 5.000-Dollar-Marke sei kurzfristig wieder erreichbar. Vor ein paar Wochen lag Gold noch darüber. Hormuz auf, Dollar runter, Gold rauf. So einfach kann Geopolitik manchmal sein.
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