Am Rohstoffmarkt gerät Gold zur Wochenmitte unter Druck. Ein erstarkender US-Dollar und anhaltende Zinssorgen dämpfen das Interesse an dem Edelmetall. Aktuell notiert der Spotpreis bei 4.133,31 US-Dollar je Feinunze, was einem Tagesverlust von 0,7 Prozent entspricht. Die Aussicht auf eine länger restriktiv bleibende Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve verunsichert die Marktteilnehmer spürbar.
Furcht vor zäher Inflation treibt Renditen
Als wesentlicher Belastungsfaktor erweisen sich robuste US-Wirtschaftsdaten und steigende Renditen für Staatsanleihen. Laut Reuters zeigte der jüngste ISM-Einkaufsmanagerindex für den Dienstleistungssektor, dass der Preisdruck bei Vorleistungen im September den höchsten Stand seit mehr als vier Jahren erreichte. Diese Entwicklung schürt an den Märkten Sorgen vor einer Inflation, die bis in das Jahr 2027 erhöht bleiben könnte.
Für das zinslose Edelmetall bedeutet dieses Umfeld Gegenwind. Zwar dämpfte die jüngste Abkühlung am US-Arbeitsmarkt die Wetten auf einen unmittelbaren Zinsschritt im Herbst. Laut Reuters preisen die Terminmärkte eine weitere Straffung bis zum Jahresende jedoch weiterhin mit einer Wahrscheinlichkeit von 87 Prozent ein. Höhere Renditen von Staatsanleihen verteuern die Opportunitätskosten für das Halten von Gold.
Geopolitische Risiken und Notenbankkäufe stützen
Auf der anderen Seite verhindern geopolitische Spannungen stärkere Kursrücksetzer. Medienberichten zufolge sorgten Angriffe auf Öltanker in der Straße von Hormus für neue Verunsicherung über mögliche Lieferstörungen.
Kyle Rodda von Capital.com verwies gestern darauf, dass die Lage im Nahen Osten jederzeit als Katalysator für einen Preisausbruch wirken könne. Giovanni Staunovo von der UBS bezeichnete zudem die steigenden US-Staatsschulden als langfristige strukturelle Stütze für Gold.
Zusätzlich fängt die physische Nachfrage der Notenbanken das Angebot auf. Nach Erhebungen des World Gold Council summierten sich die weltweiten Zentralbankkäufe im August per saldo auf 39 Tonnen. China führte die Gruppe der Käufer an, während auch Polen und Usbekistan ihre Währungsreserven weiter aufstockten.
Verschiebungen im globalen Handel
Auch im physischen Handel zeigen sich deutliche regionale Verschiebungen. Laut Reuters stiegen die Schweizer Goldexporte im Spätsommer gegenüber dem Vormonat um 65 Prozent. Während die Lieferungen nach Großbritannien und China deutlich zulegten, brach die Nachfrage aus Indien ein.
Als Ursachen für die indische Zurückhaltung galten die hohen Preise sowie ein reichliches Angebot an recyceltem Altgold. Auf der Förderseite entspannte sich zudem die Lage in Mali, nachdem sich Barrick Mining mit den Gewerkschaften am Loulo-Gounkoto-Komplex geeinigt und Streiks abgewendet hatte.
Warten auf die Fed-Protokolle
Vor diesem Hintergrund richten die Akteure ihre Aufmerksamkeit nun auf die Federal Reserve. Am heutigen Mittwoch veröffentlichen die Währungshüter das Protokoll ihrer jüngsten Zinssitzung. Marktteilnehmer suchen darin nach klaren Hinweisen auf den weiteren Zinspfad vor dem anstehenden Zinsentscheid Ende Oktober. Mit einem Abstand von 26 Prozent zu seinem 52-Wochen-Hoch bleibt Gold vorerst in einer Konsolidierungsphase gefangen.
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