Gold: Rekordnähe trifft Richtungsstreit

Gold pendelt nahe seiner Bestmarken, während Experten für August uneins sind. Geopolitik und Fed-Politik sorgen für Richtungslosigkeit.

Auf einen Blick:
  • Gold nahe Rekordhoch, aber richtungslos
  • Iran-Deal und Dollar bremsen Gold
  • Analysten uneins über August-Entwicklung
  • Fed-Zinspolitik deckelt Edelmetall-Kurs

Nahe seinen Höchstständen tut sich Gold schwer, eine klare Richtung zu finden. Widersprüchliche Nachrichten aus dem Nahen Osten und ein wiedererstarkter Dollar bremsen den Schwung — während Analysten für den weiteren Verlauf im August so uneinig sind wie selten.

Iran-Schlagzeilen bremsen den Schwung

Die Ankündigung eines möglichen Deals zwischen den USA und dem Iran sorgt für Verwirrung an den Märkten. Der Ölpreis reagierte mit deutlichen Ausschlägen, die Aktienmärkte dagegen blieben auffällig ruhig. Gold pendelte am Montag zwischen einem frühen Anstieg und Gewinnmitnahmen, weil Händler die widersprüchlichen Signale aus Washington und Teheran nur schwer einordnen können. Die Momentum-Indikatoren zeigen eine Konsolidierungsphase: Der RSI notiert nahe der neutralen Marke, der ADX-Wert deutet auf nachlassenden Trenddruck hin.

Fed und Dollar als Bremsklötze

Parallel zur geopolitischen Unsicherheit wirkt die Zinspolitik der Fed als Gegengewicht. Nachdem die Notenbank ihren Leitzins im Juli unverändert ließ, hat sich an den Terminmärkten eine hawkishe Erwartungshaltung festgesetzt, die den Goldpreis derzeit deckelt. Hinzu kommt ein Dollar, der sich von seinem niedrigsten Stand seit dem 17. Juni moderat erholt hat und damit zusätzlich Druck auf das in Dollar gehandelte Edelmetall ausübt. Sinkende Ölpreise lindern zwar die Inflationssorgen und dämpfen so wiederum die Wetten auf eine straffere Fed-Politik — ein Effekt, der die Gold-Verluste bislang begrenzt.

Aktuell notieren die New Yorker Gold-Futures bei rund 4.113,92 Dollar je Feinunze, nachdem sie im Januar mit knapp über 5.400 Dollar ihr bisheriges Rekordhoch markiert hatten.

Analysten uneinig für August

Wie es im August weitergeht, darüber gibt es kein einheitliches Bild unter Edelmetall-Experten:

  • Thomas Winmill (Midas Funds) erwartet bei nachlassendem Nahost-Konflikt sinkende Ölpreise, schwächere Inflation und in der Folge eine Rückkehr des Goldpreises über 5.000 Dollar.
  • James Anderson (SD Bullion) rechnet kurzfristig eher mit einer engeren Spanne zwischen 3.900 und 4.350 Dollar, gestützt auf technische Faktoren und die übliche Zurückhaltung vor dem US-Feiertag Labor Day. Einen stärkeren Schub sieht er erst im vierten Quartal.
  • Matthew McKay (Briaud Financial Advisors) geht von einer länger anhaltenden Seitwärtsphase aus, statt einer schnellen Erholung.

Diese Streuung spiegelt vor allem eines wider: Solange die Iran-Frage ungeklärt bleibt und die Fed keine klare Zinssignale sendet, fehlt dem Goldpreis der entscheidende Impuls in die eine oder andere Richtung. Der weitere Verlauf der US-Iran-Gespräche und die nächsten Fed-Kommentare dürften in den kommenden Wochen darüber entscheiden, ob sich die Konsolidierung fortsetzt oder Gold den Sprung zurück in Richtung seiner Rekordstände schafft.

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