Gold: Ölpreise bremsen Rekordjagd

Steigende Ölpreise stützen den Dollar und bremsen die Goldrally. Geopolitische Spannungen und Fed-Protokoll rücken in den Fokus der Anleger.

Auf einen Blick:
  • Gold-Future fällt auf 4.449 Dollar
  • Ölpreise treiben Dollar als sicheren Hafen
  • Fed-Zinserhöhungs-Wahrscheinlichkeit sinkt unter 40 Prozent
  • Markt wartet auf Fed-Protokoll am Abend

Der Goldpreis kommt aus seinem Aufwärtstrend nicht heraus – und das liegt ausgerechnet an einem anderen Rohstoff. Steigende Ölpreise schüren neue Inflationssorgen und stützen damit den Dollar, was Gold seinen Glanz nimmt.

Am Dienstagmorgen gab der Dezember-Future auf Gold um 24,10 Dollar auf 4.449,60 Dollar je Feinunze nach. Das ist bemerkenswert, denn erst am Montag war das Edelmetall noch über 4.470 Dollar gestiegen – getrieben von einem schwächelnden Dollar und sinkenden Zinserwartungen.

Der Dollarindex bewegt sich weiterhin nur knapp über seinen Mehrmonatstiefs, nachdem enttäuschende US-Arbeitsmarktdaten und eine niedrigere Inflation die Erwartungen an die Fed spürbar verschoben haben.

Öl und Iran drücken auf die Stimmung

Der eigentliche Bremsklotz für Gold kommt derzeit vom Ölmarkt. Die Aussichten auf eine Einigung im Nahost-Konflikt schwinden, nachdem der Iran eine offensivere militärische Haltung angekündigt hat und die USA eine Verlängerung der Waffenruhe ausgeschlossen haben. Parallel verhandelt Teheran mit dem Oman über die Straße von Hormus – Trump reagierte darauf mit der Drohung, den Golfstaat zu bombardieren.

Steigende Ölpreise wirken wie ein Doppeleffekt: Sie schüren Inflationssorgen, die eigentlich für Gold sprechen würden, treiben aber gleichzeitig den Dollar als sicheren Hafen nach oben. Genau das bremst momentan die Rally. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September wird an den Terminmärkten inzwischen mit unter 40 Prozent bewertet – noch vor einer Woche lag dieser Wert deutlich höher.

Im Blick der Marktteilnehmer stehen an diesem Dienstag vor allem der ADP-Wochenbericht sowie die Im- und Exportpreise. Hinzu kommt das für den Abend erwartete Fed-Protokoll, das weitere Hinweise auf den geldpolitischen Kurs liefern dürfte. Bleibt es bei der angespannten Lage zwischen den USA und dem Iran, dürfte der Dollar seine Stützfunktion behalten – und Gold vorerst unter Druck bleiben.

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