Eigentlich gilt Gold als Inflationsschutz. Eigentlich. Denn wenn die Inflation durch steigende Ölpreise angeheizt wird und die Märkte daraufhin höhere Zinsen für länger einpreisen, dreht sich das Argument um. Dann wird Gold, das keine Rendite abwirft, zum Verlierer. Genau das passiert gerade.
Öl über 100 Dollar, Gold unter Druck
Der Auslöser ist der Iran-Konflikt. Die USA blockieren iranische Häfen, die Straße von Hormuz bleibt ein Nadelöhr für die globale Energieversorgung, und Rohöl ist über die 100-Dollar-Marke geklettert. Brent sogar auf über 110 Dollar je Barrel. Das treibt die Inflationserwartungen, und die wiederum treiben die Zinsperspektiven. Die Folge: Gold-Futures für April-Lieferung fielen um 1,8 Prozent auf 4.591,50 Dollar je Unze, der neunte Rückgang in den vergangenen 13 Handelssitzungen und der tiefste Stand seit dem 30. März. Silber rutschte 2,4 Prozent auf 73,20 Dollar.
Soojin Kim von MUFG bringt es auf den Punkt: Die anhaltende Unterbrechung der Öl- und Gasflüsse durch den Hormuz habe die globalen Inflationssorgen verschärft und die Erwartung genährt, dass Fed und EZB die Zinsen länger hoch halten. Gold sei seit Konfliktbeginn um rund 11 Prozent gefallen.
Gold/US-Dollar Chart
Was Powell sagt, entscheidet
Am Mittwoch stabilisierte sich der Goldpreis zunächst. Spot Gold stieg leicht auf rund 4.603 Dollar, die Märkte warteten auf den Fed-Entscheid und vor allem auf Jerome Powells Kommentare. Dass die Zinsen unverändert bleiben, gilt als ausgemacht. Die eigentliche Frage ist, welche Signale Powell für die kommenden Monate gibt.
Ilya Spivak von Tastylive formuliert das Risiko klar: Wenn die Fed signalisiert, dass die Hürde für Zinssenkungen hoch liegt, könnte Gold weiter nachgeben. Die Hoffnung auf eine geldpolitische Rettungsleine hat den Goldpreis seit dem Tarifschock im vergangenen April gestützt. Fällt diese Hoffnung weg, fällt auch die Stütze.
Mittelfristig nicht aufgegeben
Standard Chartered gibt sich dennoch nicht geschlagen. Die Bank schreibt, sie erwarte kurzfristig fragile Kursentwicklungen, sehe aber in den kommenden Monaten Gold wieder auf dem Weg zu neuen Rekordständen. Die strukturellen Treiber, geopolitische Spannungen, Zölle, Handelsunsicherheit, seien intakt.
Ole Hansen von der Saxo Bank fasst die kurzfristige Lage nüchtern zusammen: Steigende Energiepreise, ein stärkerer Dollar, festere Inflationserwartungen und die Rückkehr des
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