Gold: Nachfrage steigt auf 1.230,9 Tonnen

Gold konsolidiert im Mai und steht vor entscheidender Woche. Saisonale Schwäche und Zinserwartungen belasten, während der NFP-Report die Richtung weisen könnte.

Auf einen Blick:
  • Gold schließt Mai mit Konsolidierung
  • Saisonale Schwäche im Juni erwartet
  • Zinserwartungen belasten den Goldpreis
  • NFP-Report als Wochenhöhepunkt

Gold schloss den Mai mit einer Konsolidierung ab. Mit 4.569,90 US-Dollar je Feinunze liegt das Edelmetall rund 16 Prozent unter seinem 52-Wochen-Hoch — und steht vor einer Woche, die über die kurzfristige Richtung entscheiden dürfte.

Zwei Kräfte drücken auf den Preis

Juni gilt saisonal als schwacher Monat für Gold. Schmuckhersteller stocken ihre Bestände erst im Herbst auf, um die asiatische Hochzeitssaison von Oktober bis März zu bedienen. Marktbeobachter erwarten für Juni einen Rückgang von null bis fünf Prozent.

Hinzu kommt das Zinsumfeld. Die US-Inflation legte im April so stark zu wie seit drei Jahren nicht mehr. Zinssenkungen für 2026 sind vollständig aus den Markterwartungen herausgepreist. Einige Händler wetten bereits auf eine Erhöhung vor Jahresende.

Die Fed steckt in der Klemme. Der Offenmarktausschuss ließ die Geldpolitik zuletzt unverändert — allerdings votierten vier Mitglieder dagegen. Wachsende Meinungsverschiedenheit, während der Iran-Konflikt die Lage zusätzlich kompliziert.

NFP-Report als Wochenhöhepunkt

Die kommende Woche bringt eine dichte Abfolge an Wirtschaftsdaten:

  • Montag: Äußerungen von Jerome Powell, Mai-Einkaufsmanagerindex Verarbeitendes Gewerbe
  • Dienstag: JOLTS-Stellenangebote April
  • Mittwoch: ADP-Beschäftigungsbericht Mai, Services-PMI, Fed-Beige-Book
  • Donnerstag: Erstanträge auf Arbeitslosenhilfe
  • Freitag: Non-Farm-Payrolls Mai, Arbeitslosenquote

Der NFP-Report ist der zentrale Datenpunkt. Fällt der Beschäftigungszuwachs stärker aus als erwartet, erhöht das den Druck auf Gold — denn starke Arbeitsmarktdaten festigen die Erwartung unveränderter oder sogar höherer Zinsen.

Solide Fundamentaldaten als Puffer

Die Nachfrageseite stützt. Laut World Gold Council erreichte die globale Goldnachfrage im ersten Quartal 2026 einen Rekordstand. Die Gesamtnachfrage inklusive OTC-Investitionen stieg um zwei Prozent auf 1.230,9 Tonnen. J.P. Morgan erwartet, dass Zentralbanken und Investoren 2026 mit durchschnittlich 585 Tonnen pro Quartal robust nachfragen.

Charttechnisch hielt die Unterstützungszone zwischen 4.466 und 4.423 US-Dollar in der vergangenen Woche. Bildet sich ein bullisches Muster, liegen die nächsten technischen Kursziele bei 4.657 und 4.891 US-Dollar.

Ein längerfristiger Kontext relativiert die aktuelle Schwäche: In US-Zwischenwahljahren erzielte Gold historisch eine durchschnittliche Jahresperformance von 12,59 Prozent — der stärkste Wert im Vier-Jahres-Zyklus. Das typische Muster zeigt einen Rückgang im Mai und Juni, gefolgt von einer starken zweiten Jahreshälfte. Ob dieses Muster 2026 greift, hängt maßgeblich davon ab, was der Freitagsbericht über den US-Arbeitsmarkt zeigt.

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