Vier Wochen ging es für Gold nur abwärts, dann kam die Wende. Ein schwächerer US-Arbeitsmarktbericht schickte den Dollar auf Talfahrt und drückte die Anleiherenditen — genug, um dem Edelmetall vor dem US-Feiertag frisches Kapital zuzuführen. Die Erholung wirkt fragil, aber sie hat Substanz.
Sprung über die 20-Tage-Linie
Gold schloss die vergangene Handelswoche bei 4.174,30 Dollar und eroberte damit die charttechnisch wichtige 20-Tage-Linie zurück. Das Chartbild hellt sich auf: Der SuperTrend drehte bereits bei knapp 4.000 Dollar ins Positive, ein MACD-Signal untermauerte den Stimmungswechsel. Trotzdem bleibt der Preis unterhalb der 200-Tage-Linie bei 4.334,80 Dollar — der übergeordnete Abwärtstrend ist damit noch nicht gebrochen.
Die entscheidende Hürde liegt zwischen 4.200 und 4.235 Dollar. Genau dort verlief vor zwei Wochen ein Kurseinbruch, zusätzlich verdichtet sich in dieser Zone ein Fibonacci-Cluster. Gelingt der Ausbruch, öffnen sich Anschlussmarken bei 4.296 und darüber. Scheitert der Vorstoß erneut, drohen Rücksetzer Richtung 4.050 Dollar.
JPMorgan bremst kurzfristig, bleibt aber bullisch
JPMorgan sieht die Nachfrage aus wichtigen Abnehmersegmenten derzeit nachlassen, dazu kommt eine wieder gestiegene Sensitivität des Goldpreises gegenüber Realzinsen. Kurzfristig dürfte sich der Preis deshalb in einer Spanne bewegen. Für die zweite Jahreshälfte 2026 rechnet die Bank dennoch mit einer Erholung — im Schnitt 4.300 Dollar im dritten und 4.500 Dollar im vierten Quartal. Für 2027 bleibt JPMorgan strukturell bullisch: Anhaltende Notenbankkäufe und robuste physische Nachfrage sollen den Preis weiter stützen.
Ein zweiter Faktor spielt Gold aktuell in die Karten. Zuletzt hatten KI-Aktien einen Großteil der verfügbaren Liquidität an sich gezogen — auch auf Kosten von Gold und Bitcoin. Nach zwei schwächeren Handelstagen bei den Tech-Werten fließt nun offenbar wieder Kapital zurück in beide Anlageklassen.
Kurzfristig entscheidet sich an der Marke von 4.232 Dollar, ob die Erholung Substanz hat. Ein bestätigter Ausbruch über diese Zone würde den Weg zu den JPMorgan-Zielen für das dritte Quartal ebnen. Bleibt der Widerstand intakt, dürfte sich die seit vier Wochen laufende Konsolidierung zunächst fortsetzen.
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