Ein möglicher Deal zur Wiedereröffnung der Straße von Hormuz lässt Gold-Anleger aufatmen. Der Goldpreis schoss am Mittwoch um 3,88 Prozent nach oben und schloss bei 4.294,60 Dollar pro Unze. Es ist der dritte Gewinntag in Folge – ausgelöst von einer Mischung aus geopolitischer Entspannung und schwachen US-Konjunkturdaten.
Hormuz-Verhandlungen dämpfen Inflationssorgen
Katar erklärte am Dienstag, ein Übergangsvorschlag für die umkämpfte Meerenge liege vor. Sowohl Washington als auch Teheran signalisierten Fortschritte. Die Ölpreise fielen daraufhin deutlich.
US-Präsident Donald Trump äußerte sich optimistisch. Die USA und der Iran hätten am Dienstag „sehr gute Gespräche“ geführt, sagte er. Das schürt Hoffnungen auf ein Ende des fünfmonatigen Konflikts.
Für Gold zählt vor allem ein Effekt: Sinken die Ölpreise, sinkt auch der Inflationsdruck. Das verringert den Spielraum für weitere Zinserhöhungen der Fed – und macht das zinslose Gold als Anlage attraktiver.
Schwacher Arbeitsmarkt verschiebt Zinserwartungen
Zusätzlichen Rückenwind lieferten enttäuschende US-Daten. Der ADP-Bericht zeigte im Juli nur 44.000 neue Stellen im privaten Sektor. Erwartet hatten Ökonomen 70.000 – es ist der schwächste Wert seit Januar.
Die Terminmärkte reagierten sofort. Die Wahrscheinlichkeit einer Fed-Zinserhöhung im September fiel von 67 auf rund 57 Prozent.
Nicht alle Notenbanker sehen das Ende der straffen Geldpolitik gekommen. Kansas-City-Fed-Präsident Jeff Schmid warnte, weitere Zinsschritte könnten nötig sein, um die Inflation auf das 2-Prozent-Ziel zu drücken.
Ungewöhnliches Abstimmungsbild bei der Fed
Die Fed hatte den Leitzins am 29. Juli zum fünften Mal in Folge bei 3,50 bis 3,75 Prozent belassen. Unter dem neuen Vorsitzenden Kevin Warsh gab es diesmal aber drei Gegenstimmen. Drei regionale Fed-Präsidenten stimmten für eine Erhöhung um 0,25 Prozentpunkte.
So viele Gegenstimmen in eine Richtung gab es zuletzt 2016. Das Abstimmungsbild zeigt: Innerhalb der Notenbank herrscht derzeit erhebliche Unsicherheit über den richtigen Kurs.
Zentralbanken kaufen weiter
Neben den kurzfristigen Preistreibern bleibt die strukturelle Nachfrage stabil. Chinesische Gold-ETFs verzeichneten weitere Zuflüsse. Institutionelle Anleger stützen damit den Preis oberhalb der wichtigen 4.000-Dollar-Marke.
Auch Zentralbanken bauen ihre Bestände weiter aus. Laut World Gold Council kauften globale Notenbanken im Juni 2026 zusätzlich 51,1 Tonnen Gold. Polen und China führen die Käuferliste an – die chinesische Zentralbank erhöhte ihre Reserven bereits den zwanzigsten Monat in Folge.
Trotz der Rally bleibt Gold weit von seinem Rekord entfernt. Zum 52-Wochen-Hoch von 5.586,20 Dollar aus Ende Januar fehlen noch 23,12 Prozent.
Die kommenden Tage entscheiden, ob sich die Erholung fortsetzt. Investoren warten auf neue US-Arbeitsmarktdaten und weitere Signale aus den Hormuz-Verhandlungen. Beide Faktoren dürften den Goldpreis in den nächsten Handelstagen direkt bewegen.
Gold-Aktie: Kaufen oder verkaufen?! Neue Gold-Analyse vom 06. August liefert die Antwort:
Die neusten Gold-Zahlen sprechen eine klare Sprache: Dringender Handlungsbedarf für Gold-Aktionäre. Lohnt sich ein Einstieg oder sollten Sie lieber verkaufen? In der aktuellen Gratis-Analyse vom 06. August erfahren Sie was jetzt zu tun ist.
