Der Goldmarkt ringt mit gegensätzlichen Impulsen aus Geldpolitik und physischem Handel. Am Freitag konnte sich der Preis für die Feinunze wieder stabilisieren, nachdem robuste US-Inflationsdaten die Zinserwartungen an den Terminmärkten zuvor spürbar angeheizt hatten. Am Spotmarkt ging das Edelmetall am Freitag bei 4.348,89 USD je Unze aus dem Handel, was einem Tagesplus von 0,7 % entspricht.
Höhere Zinsen mindern in der Regel die Attraktivität zinsloser Edelmetalle gegenüber festverzinslichen Wertpapieren. Dass die Notierungen vor dem Wochenende dennoch Halt fanden, lag an stabilisierenden Kräften abseits der Zinsmärkte.
Gegensätzliche Signale aus den asiatischen Märkten
Laut Reuters zeigte sich am Freitag ein zweigeteiltes Bild im asiatischen Raum. Während die physische Nachfrage nach Gold in Indien schwach blieb, stützte ein weiterhin hohes Investmentinteresse der Käufer in China das Preisniveau ab. Diese anhaltende Nachfrage trug dazu bei, den Verkaufsdruck aus dem westlichen Finanzsektor abzufedern.
Für Anleger stellt sich damit die Frage, welche Kraft mittelfristig dominiert: der Gegenwind durch straffe Notenbanken oder der strukturelle Bedarf institutioneller und privater Käufer in Asien.
Inflationsdaten sorgen für Zwischenkorrektur
Am Donnerstag hatte der Zinsdruck das Geschehen noch klar beherrscht. Laut Reuters gab der Goldpreis an diesem Tag um mehr als 1 % auf 4.355,85 USD je Unze nach, getrieben von soliden US-Inflationsdaten und anziehenden Ölpreisen. Beides hatte Befürchtungen geschürt, dass die US-Notenbank Federal Reserve ihren Zinserhöhungskurs länger als erhofft fortsetzen könnte.
Zugleich bleiben übergeordnete Absicherungsmotive präsent. Medienberichten zufolge stützen anhaltende Sorgen um die Staatsverschuldung sowie Diskussionen über den langfristigen Werterhalt von Papierwährungen das Interesse an physischen Werten.
Mittelfristiger Trend bleibt intakt
Trotz der jüngsten Tagesschwankungen zeigt sich das übergeordnete Bild bisher widerstandsfähig. Der Schlusskurs vom Freitag lag 1,8 % über dem 50-Tage-Durchschnitt, womit das Edelmetall seinen mittelfristigen Trendkanal nach unten vorerst verteidigen konnte. Marktteilnehmer blicken nun auf die kommenden Signale der US-Währungshüter, die über die Richtung der nächsten größeren Kursbewegung entscheiden dürften.
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