Gold: Bullen visieren 4.450 Dollar an

Symbolbild, KI-generiert

Ein schwächerer Dollar und geopolitische Spannungen treiben Gold an, während höhere Ölpreise neue Zinssorgen und Gegenwind erzeugen.

Auf einen Blick:
  • Goldpreis überschreitet 4.400-Dollar-Marke
  • Käufer nehmen 4.450 Dollar ins Visier
  • Schwacher Dollar stützt Edelmetallkurs
  • Zinssorgen begrenzen weiteres Aufwärtspotenzial

Der Goldpreis nimmt Fahrt auf. Nach dem Sprung über die Marke von 4.400 Dollar je Feinunze am Mittwoch bauen die Käufer ihre Position aus — mittlerweile richten sich die Blicke auf die nächste Hürde bei 4.450 Dollar.

Treiber der Rally ist vor allem ein schwacher Dollar. Ein enttäuschender US-Arbeitsmarktbericht (ADP) drückte am Mittwoch auf die Anleiherenditen und nahm dem Greenback damit Rückenwind. Für Gold, das keine Zinsen abwirft, sinken damit die Opportunitätskosten einer Investition — ein klassischer Mechanismus, der den Preis stützt.

Zwei Kräfte im Widerstreit

Ganz eindeutig ist das Bild allerdings nicht. Die jüngste Eskalation zwischen den USA und dem Iran um die Kontrolle der Straße von Hormus sorgt für Krisenschutz-Nachfrage bei Edelmetallen. Gleichzeitig treiben die daraus resultierenden höheren Ölpreise die Inflationssorgen — und damit die Spekulation auf eine weitere Zinserhöhung der Fed im September. Diese Erwartung wiederum könnte den Dollar stützen und die Gewinne bei Gold begrenzen.

New-York-Fed-Präsident John Williams sorgte am Mittwoch für eine gegenläufige Note. Er sprach von „ermutigenden“ Inflationsdaten und dämpfte damit Zinserhöhungserwartungen — als bekannte geldpolitische Taube allerdings mit begrenztem Gewicht gegenüber den restriktiveren Tönen von Notenbankchef Kevin Warsh.

In Indien bestätigt sich der Aufwärtstrend auf lokaler Ebene: Der Goldpreis kletterte dort von 13.328,04 auf 13.476,27 Indische Rupien pro Gramm — ein weiteres Signal für die breite Nachfrage außerhalb der US-Handelssitzungen.

Für die kommenden Handelstage bleibt das Tauziehen zwischen Zinserwartungen und geopolitischer Risikoprämie der entscheidende Faktor. Hält der Dollar seine Schwäche, dürfte der Test der 4.450-Dollar-Marke nicht lange auf sich warten lassen.

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