Ein diplomatischer Stillstand hat die Rohstoffmärkte zu Wochenbeginn erfasst und das Edelmetall spürbar unter Druck gesetzt. Weil die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran festgefahren sind, zogen die Ölpreise spürbar an. Dies schürte an den Finanzmärkten neue Inflationssorgen und nährte Spekulationen über den weiteren geldpolitischen Kurs der US-Notenbank.
Am Montag rutschte die Notierung zeitweise auf ein Siebenwochentief ab. Den Handelstag beendete Gold schließlich bei 4.120,49 USD je Feinunze mit einem Minus von 3,9 Prozent.
Dieser Rücksetzer markiert eine deutliche Stimmungsänderung. Zuvor hatten Marktteilnehmer noch auf eine Beruhigung der Zinserwartungen gehofft. Doch die jüngsten Entwicklungen am Energiemarkt machten diese Hoffnung zunichte. Teureres Rohöl gilt als klassischer Treiber der Teuerung und kann Zentralbanken zu längerfristig hohen Zinsen zwingen.
Mehrjährige Höchststände bei US-Anleiherenditen
Laut Reuters kletterte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen am Montag auf das höchste Niveau seit Juni 2007. Parallel dazu legte auch der US-Dollar zu. UBS-Analyst Giovanni Staunovo nannte gestern höhere Ölpreise und eine gestiegene Wahrscheinlichkeit weiterer US-Zinsschritte als Haupttreiber der Goldschwäche.
Hohe Realrenditen und ein fester Dollar könnten den Gegenwind vorerst aufrechterhalten. Bereits vor gut einer Woche hatten falkenhafte Fed-Signale den Goldpreis belastet.
Für Anleger bedeutet diese Gemengelage ein verändertes Umfeld. Gold wirft selbst keine laufenden Erträge ab. Sobald festverzinsliche Wertpapiere verlässlichere Erträge bieten, schichten viele Großanleger Kapital um. Die Stärke der US-Währung verteuert das Edelmetall zudem für Käufer außerhalb des Dollarraums.
Zuflüsse über physisch besicherte Fonds
Gleichwohl zeigte der Markt vor dem jüngsten Kursrutsch ein solides Fundament. Laut dem World Gold Council verzeichneten physisch besicherte Gold-ETFs im August Zuflüsse von 18 Milliarden US-Dollar. Die globalen Bestände dieser Fonds kletterten dabei um 121 Tonnen auf 4.189 Tonnen.
Flankiert wurden diese Ströme von Umschichtungen auf staatlicher Ebene. So verlagerte die niederländische Zentralbank De Nederlandsche Bank Goldbestände aus den USA und Kanada nach London. Marktbeobachter werten solche Schritte als strategische Dispositionen zur Verwahrung. Die akute Marktstimmung an den Terminbörsen beeinflussen sie hingegen kaum.
Arbeitsmarktdaten rücken ins Zentrum
Die Aufmerksamkeit richtet sich nun auf die anstehenden Wirtschaftsdaten. Am Freitag veröffentlicht das US Bureau of Labor Statistics den neuen US-Arbeitsmarktbericht.
Zeichnet dieser das Bild eines weiterhin robusten Beschäftigungswachstums, könnten die Zinssorgen anhalten. Zeigen sich hingegen Bremsspuren, würde dies dem Edelmetall Raum für eine Erholung bieten.
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