Trotz einer leichten Stabilisierung zum Wochenausklang hat das Edelmetall eine verlustreiche Handelswoche hinter sich gebracht. Am Freitag notierte der Goldpreis bei 4.288,69 US-Dollar je Feinunze, was einem Tagesplus von 0,5 Prozent entspricht.
Auf Sicht von sieben Tagen ergibt sich jedoch ein Minus von 2,1 Prozent. Verantwortlich für den anhaltenden Abgabedruck waren vor allem die gestiegenen Renditen an den Anleihemärkten sowie wachsende Erwartungen weiterer Zinsschritte der US-Notenbank Federal Reserve.
Zinsfurcht und Renditehoch belasten
Laut Reuters erreichte die Rendite zehnjähriger US-Staatsanleihen ein neues 19-Jahres-Hoch. Für das unverzinsliche Edelmetall bedeutet dieses Umfeld spürbaren Gegenwind, da festverzinsliche Wertpapiere für Investoren an Attraktivität gewinnen. Gleichzeitig stützte die Aussicht auf längerfristig hohe Zinsen den US-Dollar, was Rohstoffe für Käufer außerhalb des Dollarraums verteuert.
Bei den jüngsten Renditesteigerungen sei vor allem der Anstieg der Realzinsen ausschlaggebend gewesen.
Passend dazu trübte sich das Stimmungsbild der Verbraucher ein. Der von der University of Michigan ermittelte Index für die US-Verbraucherstimmung sank im September auf 48,1 Punkte, während die Inflationserwartung für die kommenden zwölf Monate auf 4,6 Prozent kletterte.
Nach Erhebungen von Reuters und dem FedWatch-Tool der CME preisten die Märkte eine Wahrscheinlichkeit für eine Zinsanhebung im Oktober von 66 Prozent ein, während die Quote für Dezember bei 93 Prozent lag.
Gemischte Nachfrageimpulse aus Übersee
Neben den geldpolitischen Faktoren beeinflussten divergierende Signale aus den physischen Absatzmärkten das Geschehen. Medienberichten zufolge kletterten die chinesischen Goldimporte im August auf einen Monatshöchststand, womit die Einfuhren des Landes von Januar bis August die Marke von 1.100 Tonnen übertrafen.
Demgegenüber meldete der Branchenverband World Gold Council für den August einen Rückgang der Goldabhebungen an der Shanghai Gold Exchange um 22 Prozent gegenüber dem Vormonat. Als Ursache nannte der Verband eine abkühlende Nachfrage nach Schmuck und Barren. Für neue Richtungsimpulse dürften nun die anstehenden makroökonomischen Veröffentlichungen sorgen, allen voran der offizielle US-Arbeitsmarktbericht am kommenden Freitag.
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