Die US-Notenbank lässt die Zinsen unverändert. Der Dollar gewinnt an Stärke als sicherer Hafen. Trotzdem verteidigt Gold die Marke von 4.000 Dollar – gestützt von einer Kraft, die gerade stärker wirkt als jede Fed-Entscheidung: dem ungebrochenen Kaufinteresse der Notenbanken weltweit.
Fed hält Kurs, Dollar zieht an
Die Federal Reserve beließ den Leitzins am Mittwochabend in der Spanne von 3,5 bis 3,75 Prozent. Fed-Chef Kevin Warsh bekräftigte das Ziel, die Inflation auf zwei Prozent zu drücken. Die Märkte hatten den Schritt erwartet, das FedWatch-Tool sah vorab eine Wahrscheinlichkeit von 71 Prozent für diese Entscheidung.
Gold reagierte verhalten positiv. Der Preis liegt aktuell bei 4.087,90 Dollar je Feinunze, ein Plus von 1,47 Prozent zum Vortag. Zum bisherigen Jahreshoch von 5.626,80 Dollar bleibt aber ein Abstand von 27,35 Prozent – auch zum 200-Tage-Durchschnitt fehlen fast zehn Prozent. Das Edelmetall konsolidiert damit klar unterhalb seiner langfristigen Trendlinie.
Notenbanken kaufen unbeirrt weiter
Eine Studie des OMFIF vom 28. Juli zeigt, warum der Preis trotzdem stabil bleibt. 82 Prozent der befragten Zentralbanken halten mittlerweile physisches Gold, im Vorjahr waren es erst 71 Prozent.
China baut seine Reserven bereits den 20. Monat in Folge aus. BMO Capital Markets vermutet sogar, dass die tatsächlichen chinesischen Bestände die offiziellen Zahlen deutlich übertreffen. Rund 51 Prozent der Reservemanager nennen den Schutz vor geopolitischen Risiken als Hauptmotiv für ihre Käufe.
Commerzbank kappt Kursziel
Der starke Dollar bremst die Rally trotzdem. Die Commerzbank-Analysten um Thu Lan Nguyen senkten am 28. Juli ihr Jahresendziel für Gold von 4.800 auf 4.500 Dollar. Der Iran-Konflikt lässt Anleger derzeit eher zum Dollar greifen als zu Gold.
Solange der Dollar gegenüber dem Euro als sicherer gilt, profitiert Gold nur bedingt von der Krisenstimmung. Langfristig sehen die Analysten trotzdem Potenzial bis 5.000 Dollar im Jahr 2027 – vorausgesetzt, der Inflationsdruck lässt tatsächlich nach.
Technisch verteidigt Gold aktuell die psychologische Marke von 4.000 Dollar. Die Zentralbank-Käufe gleichen dabei die Abflüsse aus goldbesicherten ETFs weitgehend aus. Zum Wochenschluss stehen die Zinsentscheidungen der Bank of England und der Bank of Japan an – beide dürften die Volatilität am Goldmarkt kurzfristig weiter anheizen.
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