Der Goldpreis rutscht immer tiefer ab. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 4.172,90 US-Dollar. Damit summiert sich der Verlust auf 7,91 Prozent im vergangenen Monat. Der Abstand zum Allzeithoch beträgt mittlerweile 25,84 Prozent.
Zwei Faktoren treiben diesen Rückgang. Die US-Notenbank signalisiert weiterhin eine restriktive Zinspolitik. Neun Fed-Mitglieder erwarten noch in diesem Jahr eine Zinserhöhung. Parallel dazu kletterte die US-Inflation im Mai auf 4,2 Prozent.
Diese hohe Inflation schadet dem Edelmetall paradoxerweise. Die Folge: Steigende Realzinsen machen den zinslosen Rohstoff für Investoren unattraktiv. Der US-Dollar markierte infolgedessen ein Jahreshoch.
Die 200-Tage-Linie fällt
Gold notiert nun tief im Bärenmarkt. Der Kurs fiel kürzlich unter die wichtige 200-Tage-Linie. Setzt sich die Korrektur fort, rückt das März-Tief in den Fokus. Diese Unterstützung liegt bei knapp unter 4.100 US-Dollar.
Ein fallender Keil im Chartmuster lässt Bullen hoffen. Ein Ausbruch nach oben erfordert jedoch das Überwinden der 200-Tage-Linie. Bricht der Kurs weiter ein, droht ein Absturz. Dann bietet erst das Tief vom Oktober 2025 bei 3.887 US-Dollar Halt.
Makrodaten und Zentralbanken
Die kommende Woche bringt eine Flut an Wirtschaftsdaten. Am 25. Juni veröffentlicht die US-Regierung den Core-PCE-Preisindex. Die Fed nutzt diesen Index als bevorzugtes Maß für die Inflation. Ein unerwartet hoher Wert dürfte den Goldpreis weiter drücken.
Im Hintergrund stützen jedoch die Notenbanken den Markt. Sie kauften im Startquartal netto 244 Tonnen Gold. Im April folgten weitere 17 Tonnen. Besonders China baut seine Reserven kontinuierlich aus.
Prognosen bleiben optimistisch
Große Investmentbanken ignorieren den aktuellen Abwärtstrend weitgehend. Goldman Sachs ruft ein Kursziel von 4.900 US-Dollar aus. Morgan Stanley erwartet 5.200 US-Dollar. JPMorgan sieht den Preis bis Jahresende sogar bei 6.000 US-Dollar.
Diese Ziele liegen weit über dem aktuellen Niveau. Kurzfristig entscheidet die US-Geldpolitik über die Richtung. Fällt der PCE-Preisindex am Donnerstag schwächer aus als erwartet, erhält Gold direkten Auftrieb. Ein starker Wert zementiert hingegen den Bärenmarkt.
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