Ein einziger Arbeitsmarktbericht hat den Goldpreis in Bewegung gebracht. Die US-Wirtschaft schuf im Juli deutlich weniger Jobs als erwartet. Am Freitag schloss Gold bei 4.401,40 US-Dollar – der höchste Stand seit sieben Wochen. Binnen einer Woche legte das Edelmetall um 7,39 Prozent zu.
Schwacher Arbeitsmarkt bringt die Wende
Das Bureau of Labor Statistics meldete für Juli einen Rückgang der Beschäftigung außerhalb der Landwirtschaft. Die Zahl fiel um 23.000 Stellen. Analysten hatten mit einem Plus von rund 85.000 Stellen gerechnet.
Hinzu kommt eine kräftige Abwärtskorrektur der Zahlen für Mai und Juni. Zusammen fehlen nun 103.000 Stellen mehr, als ursprünglich gemeldet worden war.
Die schwachen Zahlen dämpfen die Sorge vor weiteren Zinserhöhungen der Federal Reserve. Dollar und Anleiherenditen gerieten daraufhin unter Druck. Gold wirft selbst keine Zinsen ab, wird aber in Dollar gehandelt – ein schwächerer Dollar macht das Metall automatisch attraktiver.
Hormus-Konflikt schwelt weiter
Auch geopolitisch bleibt die Lage angespannt. Iran und Oman verhandeln über eine Übergangslösung für die Straße von Hormus. Das Abkommen gilt aber nur für 60 Tage – keine dauerhafte Öffnung der Wasserstraße.
Iranische Regierungsvertreter stellten am Freitag klar: Eine automatische oder vollständige Öffnung für alle Nationen ist das nicht. Vor allem Schiffe mit Bezug zu den USA oder Israel bleiben ein Streitpunkt. Diese Unsicherheit stützt die Nachfrage nach Gold als sicherem Hafen.
Notenbanken kaufen ununterbrochen
Neben der Politik trägt strukturelle Nachfrage den Goldpreis. Die chinesische Notenbank PBoC kaufte im Juni rund 15 Tonnen Gold. Damit läuft ihre Kaufserie bereits den 20. Monat in Folge.
Chinas Goldreserven wuchsen dadurch auf rund 2.346 Tonnen. Auch Polen und Usbekistan traten im zweiten Quartal verstärkt als Käufer auf. Diese breite Nachfrage schafft eine stabile fundamentale Basis für den Preis.
Blick auf die neue Woche
Am Mittwoch, den 12. August, veröffentlicht das US-Arbeitsministerium die Verbraucherpreise für Juli. Fällt die Inflation stärker als erwartet, dürfte das die Erwartung von Zinssenkungen weiter festigen.
Charttechnisch hat der Sprung über 4.380 Dollar das Bild deutlich aufgehellt. Gold notiert aktuell noch 2,96 Prozent unter seinem 200-Tage-Durchschnitt bei etwa 4.535 Dollar. Bleibt das Metall oberhalb des Freitagsschlusskurses, rückt als nächstes die Widerstandszone um 4.565 Dollar ins Visier.
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