Der Goldpreis startet robust in die neue Handelswoche. Am Freitag schloss das Edelmetall bei 4.401,40 US-Dollar, ein Plus von 2,37 Prozent auf Tagesbasis. Zwei Kräfte ziehen aktuell in dieselbe Richtung: schwache US-Konjunkturdaten und geopolitische Unsicherheit im Nahen Osten.
Arbeitsmarkt-Schwäche treibt Gold an
Am Freitag veröffentlichte die USA ihre Arbeitsmarktdaten für Juli. Der Bericht fiel deutlich schwächer aus als erwartet. Das nährt Spekulationen, die Federal Reserve könnte ihre straffe Geldpolitik bald lockern.
Die Folge: Die Renditen von US-Staatsanleihen sinken, der Dollar gibt nach. Beides macht Gold als zinslosen Vermögenswert attraktiver. Über die vergangenen sieben Handelstage kletterte der Preis um 7,07 Prozent.
Parallel dazu registrieren physisch hinterlegte Gold-ETFs wieder stärkere Zuflüsse. Marktbeobachter deuten das als Zeichen, dass institutionelle Anleger nach längerer Zurückhaltung erneut Positionen aufbauen.
Zentralbanken und das Hormuz-Risiko
Geopolitisch bleibt die Lage vielschichtig. Der Iran und Oman verhandeln über eine mögliche Teilöffnung der Straße von Hormus. Hoffnungen auf Entspannung dämpfen kurzfristig den Aufwärtsdruck bei Rohstoffpreisen.
Eine endgültige Einigung unter Beteiligung der USA steht aber noch aus. Ein Teil der geopolitischen Risikoprämie bleibt deshalb im Goldpreis eingepreist.
Zusätzlich stützt die physische Nachfrage von Zentralbanken den Markt. Vor allem Institutionen aus Schwellenländern bauen ihre Goldreserven im Zuge der De-Dollarisierung weiter aus. BCA Research stufte die taktische Haltung für Gold am 7. August 2026 als „Bullish“ ein. Die Analysten sehen im aktuellen Niveau günstige Einstiegschancen, sofern die US-Realzinsen ihren Höhepunkt überschritten haben.
Charttechnik: Blick auf den 200-Tage-Schnitt
Charttechnisch hat sich das Bild spürbar aufgehellt. Die Marke von 4.200 US-Dollar wurde nachhaltig überwunden und dient nun als Unterstützung. Das nächste Etappenziel ist der 200-Tage-Durchschnitt bei 4.535,54 US-Dollar – aktuell liegt der Kurs noch 2,96 Prozent darunter.
Kurzfristig muss das Niveau um 4.340 US-Dollar verteidigt werden. Nur so bleibt das bullische Momentum intakt.
Am Mittwoch, den 12. August 2026, veröffentlichen die USA die Verbraucherpreisdaten für Juli. Fallen die Zahlen niedriger aus als erwartet, könnte das dem Goldpreis weiteren Schub geben und den Weg zu neuen Rekordmarken öffnen. Zusätzlich behalten Marktteilnehmer das Gold-Silber-Verhältnis im Blick: Sinkt diese Ratio weiter, deutet das auf ein breiteres Aufflammen des Inflationsschutzes im gesamten Edelmetallsektor hin.
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