Ein eskalierender Konflikt zwischen den USA und dem Iran lässt die Ölpreise steigen. Gold, traditionell der sichere Hafen in solchen Krisen, tut sich trotzdem schwer. Der Goldpreis rutschte am Wochenende kurz unter die Marke von 4.000 US-Dollar pro Unze, bevor er sich am Montag leicht erholte.
Nahost-Konflikt treibt Ölpreis über 90 Dollar
Das US-Militär griff in den vergangenen Tagen mehrfach iranische Ziele an. Am 20. Juli setzten die USA ihre Angriffe fort, nachdem ein weiterer amerikanischer Soldat starb. Berichte vom 21. Juli sprechen bereits von der zehnten Nacht in Folge. Ziel der Angriffe: die Straße von Hormus wieder für die Schifffahrt zu öffnen.
Der Iran feuerte im Gegenzug Raketen ab, die unter anderem Jordanien trafen. Das erhöht die Gefahr einer regionalen Ausweitung des Konflikts.
Die Straße von Hormus bleibt eine der wichtigsten Öltransportrouten weltweit. Die USA hatten bereits am 14. Juli eine Seeblockade gegen iranische Häfen wieder in Kraft gesetzt. Die Eskalation ließ die Preise für Brent-Rohöl am Montag auf über 90 US-Dollar pro Barrel steigen – ein Einmonatshoch. Iranische Medien berichteten zudem, dass zwei Öltanker die Straße von Hormus ohne Erlaubnis passieren wollten und deshalb festgesetzt wurden.
Fed-Sitzung und Zinsdruck
Steigende Ölpreise befeuern die globalen Inflationserwartungen. Das könnte die US-Notenbank Fed dazu bringen, ihre straffe Geldpolitik beizubehalten oder sogar weiter zu verschärfen. Höhere Zinsen schmälern die Attraktivität von Gold, da das Edelmetall keine Zinsen zahlt. Anleger blicken deshalb gespannt auf die FOMC-Sitzung am 28. und 29. Juli.
Zentralbanken unter Druck
Auch einige Schwellenländer setzen ihre Goldreserven ein, um Währungen zu stützen. Die türkische Zentralbank verkaufte im März rund 127 Tonnen Gold aus ihren Beständen. Das Ziel: die Lira stabilisieren und Dollar-Liquidität beschaffen. Solche Verkäufe zeigen den Druck, unter dem Zentralbanken bei hohen Energiepreisen und Währungsschwäche stehen.
Markteinschätzung
Der Goldpreis schloss am Montag bei 4.015,70 US-Dollar pro Unze, nur knapp über der psychologischen Marke von 4.000 Dollar. Damit liegt das Edelmetall rund 28,6 Prozent unter seinem Rekordhoch von Ende Januar. Der RSI von 40,2 signalisiert schwache Kursdynamik, aber noch keine überverkaufte Lage.
Die Entscheidung der Fed am 28. und 29. Juli dürfte richtungsweisend werden. Bleibt die Nahost-Krise ungelöst, könnte Gold trotz hoher Zinsen als Absicherung gefragt bleiben. Setzt die Fed dagegen auf eine harte Linie gegen die Inflation, drohen dem Goldpreis neue Rückschläge.
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