Der Goldpreis meldet sich eindrucksvoll zurück. Am Montag sprang die Notierung um mehr als 2,5 Prozent auf 4.329 US-Dollar pro Feinunze. Zuvor hatte das Edelmetall wochenlang korrigiert. Der plötzliche Anstieg fällt genau in die heiße Phase vor der US-Notenbanksitzung.
Neue Ära bei der Notenbank
Am Dienstag und Mittwoch leitet Kevin Warsh erstmals das Federal Open Market Committee. Der neue Fed-Chef trat sein Amt erst Ende Mai an. Marktbeobachter rechnen für diese Woche fest mit einer Zinspause. Die US-Inflation verharrte im Mai bei hartnäckigen 4,2 Prozent.
Das Augenmerk liegt daher auf dem aktualisierten Zinsausblick, dem sogenannten Dot Plot. Parallel dazu schwächelt der US-Dollar leicht. Der Dollar-Index fiel zuletzt auf 99,55 Punkte. Ein Grund dafür sind Spekulationen über ein mögliches Friedensabkommen zwischen den USA und dem Iran. Ein schwächerer Dollar macht Gold für internationale Käufer attraktiver.
Notenbanken kaufen im Rekordtempo
Abseits der Geldpolitik stützt eine massive physische Nachfrage den Preis. Zentralbanken erwarben im ersten Quartal netto 244 Tonnen Gold. Das ist das höchste Kauftempo seit über einem Jahr. Besonders China fällt auf. Die dortige Notenbank kaufte im April den 18. Monat in Folge zu.
Boom in Schwellenländern
Auch Privatanleger greifen wieder verstärkt zu. In Indien flossen im ersten Quartal rund 3,7 Milliarden US-Dollar in Gold-ETFs. Das ist fast sechsmal so viel wie im Vorjahr. Die Folge: Ein rasanter Anstieg des verwalteten Vermögens. Kleinanleger und vermögende Privatpersonen halten dort mittlerweile 42 Prozent dieser Bestände. Sie nutzen das Edelmetall gezielt als Absicherung gegen wirtschaftliche Schwankungen.
Die kurzfristige Richtung entscheidet sich am 17. Juni. Dann veröffentlicht die Fed ihre neuen Zinsprojektionen. Fällt der Ausblick von Kevin Warsh restriktiv aus, könnte die aktuelle Erholung schnell enden. Bleibt er moderat, hat der Goldpreis Luft nach oben. Auf Jahressicht notiert das Edelmetall ohnehin fast 28 Prozent im Plus.
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