Gold: 244 Tonnen Notenbankenkäufe im Q1

Gold erholt sich nach Zinsängsten und US-Daten, bleibt aber unter Druck. Geopolitische Spannungen stützen, während der Markt auf Arbeitsmarktdaten wartet.

Auf einen Blick:
  • Gold fiel kurz unter 4.000 Dollar
  • US-Wirtschaftsdaten treiben Zinserwartungen
  • Zentralbanken kaufen weiter Gold
  • Widerstand bei 50-Tage-Linie

Starke US-Wirtschaftsdaten treiben die Zinsen, und Gold gerät massiv unter die Räder. Zeitweise rutschte das Edelmetall in der vergangenen Woche unter die Marke von 4.000 US-Dollar. Erst neue geopolitische Spannungen am Persischen Golf brachten zum Wochenschluss eine spürbare Erleichterung.

Zinsangst trifft auf Krisenwährung

Der Auslöser für den Preisverfall liegt in Washington. Die US-Wirtschaft wuchs zum Jahresauftakt überraschend um 2,1 Prozent. Parallel dazu lag die PCE-Kerninflation mit 3,4 Prozent deutlich über den Erwartungen. Das heizt Spekulationen um eine restriktivere Geldpolitik an. Unter dem neuen Fed-Chef Kevin Warsh preist der Markt wieder baldige Zinserhöhungen ein. Die Folge: ein toxisches Umfeld für zinslose Anlagen.

Zuletzt verzeichnete das Edelmetall ein kräftiges Minus. Am Freitag schloss die Feinunze bei 4.103,70 US-Dollar. Ein rettendes Tagesplus von 1,54 Prozent verhinderte Schlimmeres. Zuvor war der Kurs massiv eingebrochen.

Zentralbanken stützen den Markt

Trotz des jüngsten Drucks bleibt ein wichtiges Fundament intakt. Die weltweiten Notenbanken kauften im ersten Quartal rund 244 Tonnen Gold. Diese strukturelle Nachfrage stützt den Preis. Charttechnisch ist die Lage dennoch angespannt. Der Relative-Stärke-Index signalisiert mit einem Wert von 37,3 eine überverkaufte Situation.

Der Weg nach oben bleibt derweil versperrt. Die 50-Tage-Linie verläuft aktuell bei 4.481,39 US-Dollar. Dieser gleitende Durchschnitt fungiert als massiver Widerstand. Ein Ausbruch über dieses Niveau ist zwingend nötig, um das negative Sentiment zu drehen.

Arbeitsmarktdaten als Katalysator

In der neuen Handelswoche stehen die nächsten Impulse an. Am Montag spricht EZB-Präsidentin Christine Lagarde in Sintra. Ihre Aussagen dürften die Devisenmärkte direkt bewegen. Das Hauptaugenmerk liegt auf den US-Arbeitsmarktdaten am Donnerstag. Analysten rechnen mit 125.000 bis 150.000 neuen Stellen.

Fällt dieser Bericht stärker aus als erwartet, zementiert das die Zinssorgen. Der Druck auf den Goldpreis würde sofort zurückkehren. Hält indes die Unterstützung bei 3.960 US-Dollar, festigt sich die Bodenbildung vom Freitag.

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