Gold: 2.347 Tonnen in Chinas Reserven

Goldpreis verharrt vor Fed-Zinsentscheidung, während China seine Reserven auf Rekordniveau ausbaut. Geopolitische Spannungen stützen den Kurs.

Auf einen Blick:
  • Goldkurs vor Fed-Zinsentscheidung stabil
  • China baut Goldreserven auf Rekordhoch aus
  • Falkenhafter Fed-Chef Warsh belastet
  • Nahost-Konflikt treibt Ölpreis und schützt Gold

Wenige Stunden vor der Zinsentscheidung der US-Notenbank verharrt Gold in der Warteschleife. Der Kurs schloss am Dienstag bei 4.042,90 US-Dollar, ein Minus von 0,88 Prozent. Der RSI liegt bei 44 Punkten – ein neutraler Wert ohne klare Richtung. Käufer und Verkäufer halten sich die Waage, bis heute Abend Klarheit aus Washington kommt.

China treibt Goldreserven auf neuen Rekord

Während die Börsen nach Washington blicken, baut Chinas Notenbank ihre Goldreserven unbeirrt weiter aus. Im Juni 2026 stockte die People’s Bank of China ihre Bestände zum 20. Mal in Folge auf. Der Zukauf von rund 15 Tonnen brachte die offiziellen Reserven auf etwa 2.347 Tonnen.

Die Strategie zielt klar auf eine Abkehr vom US-Dollar. Laut einer aktuellen Umfrage plant fast die Hälfte aller Notenbanken weltweit weitere Käufe in den kommenden zwölf Monaten. Ende 2025 hatte Gold erstmals US-Staatsanleihen als größten Posten der globalen Währungsreserven abgelöst.

Falke Warsh vor zweiter Zinsentscheidung

Um 20:00 Uhr MESZ verkündet die Fed heute das Ergebnis ihrer zweitägigen Sitzung. Ökonomen erwarten eine unveränderte Zielspanne von 3,50 bis 3,75 Prozent. Es ist die zweite Sitzung unter Kevin Warsh, der die Notenbank seit Mai 2026 leitet.

Warsh gilt in Marktkreisen bereits als einer der falkenhaftesten Fed-Chefs seit Paul Volcker. Seine restriktive Haltung sorgt für Nervosität an den Märkten. Hinzu kommen Renditen von US-Staatsanleihen über 4,6 Prozent, die das zinslose Edelmetall zusätzlich unter Druck setzen.

Auch die Konjunkturdaten helfen Gold nicht. Der ADP-Arbeitsmarktbericht für Juli zeigte einen schwächeren Stellenaufbau als erwartet. Der Kern-PCE-Preisindex lag zeitgleich bei etwa 3,4 Prozent – zu hoch für schnelle Zinssenkungen.

Nahost-Eskalation als Gegengewicht

Ein Gegengewicht zum Zinsdruck bildet die Eskalation im Nahen Osten. Der Iran-Konflikt trieb den Brent-Ölpreis zeitweise über 93 US-Dollar. Steigende Energiekosten schüren Inflationssorgen und erhöhen den Druck auf die Fed.

Investoren suchen bei jeder neuen Zuspitzung Schutz in Gold. Die Unsicherheit über die Handelswege durch die Straße von Hormus bleibt ein zentraler Preistreiber. Diese Mischung aus militärischem Risiko und Inflationsdruck hilft Gold, wichtige Marken zu verteidigen.

Charttechnisch bildete der Goldpreis am Mittwochmorgen ein Doji-Muster – ein klassisches Zeichen für Unentschlossenheit zwischen Bullen und Bären. Die Marke von 4.000 US-Dollar bleibt dabei die entscheidende Unterstützung nach unten. Der Kurs notiert weiterhin 10,99 Prozent unter dem 200-Tage-Durchschnitt von 4.542,09 US-Dollar – der übergeordnete Trend bleibt vorsichtig, bis die Fed heute Abend ihre Entscheidung verkündet.

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